Gleich zwei Ehrenvorsitzende

Die Frauen-Union hat sich mit einem speziellen Abend bei langjährigen Mitgliedern bedankt. Eine besondere Auszeichnung wurde Barbara Lanzinger (Fünfte von links) und Maria Geiss-Wittmann (Siebte von rechts) zuteil: Sie wurden zu Ehrenvorsitzenden ernannt. Bild: hfz

Ein halbes Jahrhundert für die Frauen-Union: Das kann Maria Geiss-Wittmann für sich verbuchen. Ihr, aber auch Barbara Lanzinger wurde eine besondere Auszeichnung zuteil.

Um Mitglieder, die zwischen 10 und 50 Jahren dabei sind, auszuzeichnen, hatte die Frauen-Union zu einen Ehrenabend in die Alte Kaserne eingeladen. Vorsitzende Michaela Frauendorfer verglich das Engagement mit einem Uhrwerk: Jedes Rädchen habe eine große Bedeutung für das Große und Ganze. Die verdienten Mitglieder bekamen Ehrenurkunden, zehn Euro Stadtgeld und Blumen.

Seit 50 Jahren engagiert sich Geiss-Wittmann für die Rechte der Frauen. Sie wurde 1970 als damals erste und einzige Frau in den Landtag gewählt. Da ihr Schwerpunkt die Erarbeitung des Kindergartengesetzes war, wurde sie liebevoll Kindergarten-Mary genannt. Die Eingliederung von Kindern aus sozialen Brennpunkten, der Verbraucherschutz, die Gründung der Elternschule und der Ausbau des Kinderpflegewesens waren nur einige ihrer besonderen Augenmerke.

Frauendorfer würdigte auch die Verdienste von Barbara Lanzinger, Stadträtin und Bundestagsabgeordnete. Sie gründete den Hospizverein und initiierte den Stadtmarketing- Verein, rief die Seniorentage ins Leben, veranstaltete viele Jahre den Musikantenstadl für wohltätige Zwecke sowie die Hexennacht zum Weiberfasching. Aktuell arbeitet sie federführend an einem neuen Prostitutionsgesetz, damit die Rechte der Frauen besser geschützt werden.

"Ihr habt es verdient"

Beide Frauen wurde zu Ehrenvorsitzenden der Frauen-Union ernannt. "Ihr habt es wirklich verdient", sagte Frauendorfer. Zum Ehrenabend waren auch Michaela Mußemann, Bevollmächtigte von Donum Vitae, und Hilde Forst, Leiterin der Beratungsstelle, gekommen. Sie stellten die Arbeit der Organisation vor. Das Leitbild "Geschenk des Lebens" stehe für eine achtsame und mutige Annahme des Lebens - in der Hoffnung, dass jedes gelinge. Forst stellte das große Beratungsspektrum (von Sexualerziehung und Prävention von Teenager-Schwangerschaften über Beratung bei Pränatal-Diagnostik und Schwangerschaftskonflikten bis zu unerfülltem Kinderwunsch) vor.

Für die Sternenkinder

Besonderes Augenmerk werde auf den psychosozialen Hintergrund von Frauen in Ausnahmesituationen gelegt. Mangels familiären Rückhalts könnten die Betroffenen oft nur mit einem Arzt oder den Sozialarbeiterinnen von Donum Vitae sprechen. Maria Geiss-Wittmann hatte 1999 in Amberg das Moses-Projekt ins Leben gerufen, um anonyme Geburten zu ermöglichen.

Die stellvertretende Frauen-Unions-Vorsitzende Nicole Gude referierte über Sternenkinder. So werden Neugeborene mit einem Gewicht von unter 500 Gramm genannt, die noch im Mutterleib, während oder nach der Geburt sterben. Diese Kinder werden in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Waldfriedhof beigesetzt. Für die Pflege der Grabstellen fehle es an finanziellen Mitteln, bedauerte Gude. Maria Geiss-Wittmann appellierte an die Frauen, großzügig zu spenden. Denn diese Grabstellen seien für die Angehörigen sehr wichtig als Ort der Trauerverarbeitung. Oberbürgermeister Michael Cerny sagte seine Unterstützung zur Pflege der Gräber zu.

Sowohl der Rathaus-Chef als auch CSU-Kreisvorsitzender Stefan Ott wurden als erste Fördermitglieder der Frauen-Union geworben.
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