Gleichzeitig Azubi und Chef

Waren bestellen, Regale einräumen, Kunden beraten, den Personaleinsatz planen - die Lehrlingsfiliale war eine neue Erfahrung für die angehenden Drogisten, zu denen auch die 19-jährige Laura Varga gehört. Die regulären Mitarbeiter waren in den vier Wochen nicht im DM-Markt. Bild: Hartl

Beim Einräumen der Regale Auszubildender, wenige Minuten später bei der Planung des Mitarbeitereinsatzes der Boss: Im DM-Markt am Rammertshofer Weg scheint das ganz gut funktioniert zu haben. Das Geschäft verwandelte sich vier Wochen lang in eine Lehrlingsfiliale.

Bis Samstag durften neun junge Drogistinnen und der einzige Mann, Dominik Pamler (25), den Markt in Eigenregie führen. "Bei DM wird man vom ersten Tag an angeleitet, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen. Man wird zur Selbstständigkeit erzogen", erzählt der 25-Jährige, der Abitur hat. Ist die Drogeriemarktkette also ein guter Arbeitgeber? "Ja!", antworten Lisa Vogel (20), Nicole Morys (21) und Dominik wie aus der Pistole geschossen.

Mann ist selten

Die drei verstehen sich. Wie war's denn so mit neun Frauen? "Es war auf jeden Fall eine Erfahrung. Und die Mädels sind ja alle pflegeleicht", lacht Dominik - um dann doch zuzugeben: "Manchmal ist es schon anstrengend, der einzige Mann zu sein." Mann bei DM - das ist selten.

Lisa und Nicole haben übrigens auch Abi. Den Filial-Betrieb ohne fremde Hilfe zu stemmen, "das macht jeder, der im dritten Lehrjahr ist", sagen sie. Und wirken dabei, als ob sie nichts aus der Ruhe bringen könnte. Natürlich hatten sie Ansprechpartner, wenn sie einmal nicht so recht weiter wussten. Doch oft hätten sie sie nicht gebraucht.

Spaß und Stress

Dem Experiment vorausgegangen waren drei Treffen, bei denen es unter anderem darum ging, sich auf Spielregeln zu verständigen. Den zehn jungen Leuten war rasch klar: Wir brauchen keine Filialleitung, wir machen alles gemeinsam. "Das hat eigentlich ganz gut geklappt", findet Nicole. Sie und Lisa sind zu der Erkenntnis gelangt: "Verantwortung zu übernehmen macht Spaß."

Im Team waren lauter Oberpfälzer. Nervös gewesen am ersten Tag? "Naaaa", entgegnet Nicole. Haben die Kunden eigentlich registriert, dass nur Azubis im Laden waren? "Manche haben's schon bemerkt", antwortet Lisa. Und der eine oder andere hat gefragt, "wo die Kolleginnen abgeblieben sind". Lisa ist im Amberger DM-Markt vor allem eines aufgefallen: "Die Kundschaft will beraten werden." Die 20-Jährige freut sich, dass ihre Maniküre-Aktion so gut angekommen ist: "Die Amberger Frauen haben sich gerne darauf eingelassen!"

Auch die Freizeit verbrachten die jungen Leute miteinander. Sie wohnten von Montag bis Samstag in einem Ferienhaus in Hirschau, haben dort abends beim gemeinsamen Essen "den Stress vergessen". Ums Kochen kümmerten sich meistens Lisa und Nicole: "Bei Rigatoni al forno und Cannelloni haben s' alle geschwärmt."

Eine schöne Zeit

Dominik ist "schon ein bisschen traurig, dass das jetzt wieder vorbei ist". Lisa geht in ihre Stammfiliale mit einem "lachenden und weinenden Auge" zurück. Und Nicole wird das Team auch fehlen.
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