Gönner gesucht
Angemerkt

Statiker Alois Landgraf bediente sich blumiger Worte, als er im Herbst vergangenen Jahres zusammen mit einem AZ-Reporter ganz nach oben stieg: Der Turm von St. Martin habe Fieber. Den Verantwortlichen der Pfarrei dürfte auch ganz heiß geworden sein, als sie davon hörten, dass maroder Naturstein die Sanierungskosten kräftig nach oben jagt.

Wer jemals ein altes Gemäuer wieder auf Vordermann gebracht hat, weiß nur zu gut: Vor bösen Überraschungen in der Bausubstanz ist man nicht gefeit. So etwas bereitet dann so manchem Bauherrn Kopfzerbrechen und vor allem finanzielle Sorgen. Da kommt schnell ein hübsches Sümmchen zusammen, das eigentlich nicht einkalkuliert war. Beim Turm der Basilika kann man nicht mehr von einem Sümmchen reden. Das ist ein dicker Brocken.

Spender sind jetzt dringender denn je gesucht, frei nach dem Motto: Auch Kleinvieh macht Mist. Den Martinsturm haben wir doch alle in unser Herz geschlossen: Automatisch schaut man nach oben, um zu sehen, wie spät es ist. Und muss jedes Mal feststellen: Ach ja, vor der Uhr hängen ja die Planen.



Im Blickpunkt Fackeln erinnern an Grauen des Kriegs

Amberg. (eik) Heute vor 70 Jahren suchte das Grauen des Zweiten Weltkriegs Amberg heim: Bei der Bombardierung des Heereszeugamts verloren damals sieben junge Feuerwehrleute ihr Leben. An die Tragödie erinnert die Amberger Wehr an diesem Donnerstag mit einer Gedenkfeier, zu der sie die Bevölkerung einlädt.

Den Auftakt bildet ein Gottesdienst in der Basilika St. Martin, der um 19 Uhr beginnt. Ihn zelebriert Pfarrer Alois Berzl (St. Michael), umrahmt vom Musikverein Ursensollen. Nach der Messe formiert sich auf dem Marktplatz ein Fackelzug: Er marschiert über Kreisverkehr und Schlachthausstraße zur Leopoldkaserne - dem Schauplatz der Bombardierung 1945. Am dortigen Gedenkstein, den der inzwischen verstorbene Künstler Manfred Raumberger gestaltet hat, erinnern Oberbürgermeister Michael Cerny und Stadtbrandrat Bernhard Strobl an die schrecklichen Ereignisse von vor 70 Jahren.

Mit dabei sein wollen zwei Zeitzeugen: Bruno Birner aus Amberg, der damals als Bub zur Rettung seiner Feuerwehr-Kameraden ausrückte, und Erich Kaindl, der inzwischen in Nürnberg lebt und einst mit im Einsatz war, um die Verschütteten zu bergen. Nach der offiziellen Gedenkfeier sind alle Interessierten zu einem geselligen Beisammensein in der Feuerwache eingeladen.
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