Gott auch hinter Gittern finden

Peter Möbius, Leiter der Justizvollzugsanstalt, verabschiedete den langjährigen katholischen Gefängnis-Seelsorger Diakon Alfons Eiber und hieß zugleich dessen Nachfolger, Diakon Peter Bublitz (von links), willkommen, der zum 1. September seine Stelle antreten wird. Bild: Steinbacher

Fast 30 Jahre lang hat Alfons Eiber gedient - hinter Gittern. Als katholischer Seelsorger im Amberger Gefängnis blickte der Diakon nicht nur auf Akten, Straftaten und Abgründe. Er sah in denen, die er seelsorgerisch begleitete, den Menschen.

Noch knapp ein Monat wird Alfons Eiber in der Justizvollzugsanstalt Amberg tätig sein, zum 1. September tritt Diakon Peter Bublitz aus Sulzbach-Rosenberg seine Nachfolge an. Am Samstag verabschiedete Anstaltsleiter Peter Möbius den bisherigen katholischen Seelsorger im Gefängnis und hieß den neuen willkommen. Den Dankgottesdienst, mit dem die Feier begonnen hatte, bezeichnete Diakon Eiber als "i-Tüpfelchen des heutigen Tages". Mit den Worten "Ich war zu keinem Zeitpunkt Einzelkämpfer im Weinberg des Herrn" dankte er allen, die ihn in den vergangenen 29 Jahren begleiteten und zur Seite standen.

"Es ist unsere Verpflichtung, den Inhaftierten wieder auf die Beine zu helfen. Sie sollen wieder gesellschaftsfähig werden." Nach seinem letzten Sonntagsgottesdienst in der JVA, so kündigte er an, werde er mit dem Rad nach Hause fahren - immerhin ins gut 75 Kilometer entfernte Schönthal im Landkreis Cham. "Ich bin jetzt frei, aber ich will es nicht sein", sagte er über seinen beginnenden Ruhestand. "Ich möchte weiterhin Gott und den Menschen dienen."

Als eine "Institution der Anstalt" bezeichnete ihn Peter Möbius. Der JVA-Leiter betonte, Eiber habe mit hoher Kompetenz gewirkt, nicht nur im seelsorgerischen, sondern auch im sozialen Bereich. Er zählte auf, was der Diakon alles initiiert hatte: Weihnachtspäckchen für Inhaftierte, die keine Familie hatten oder arm waren, einen Singkreis mit den Gefangenen, den Besuch der Sternsinger von St. Martin am Dreikönigstag, ein Konzert der Regensburger Domspatzen in der JVA, ein Erntedankfest und TV-Geräte. "Gefangene, die sich keinen Fernseher leisten konnten, hat er ein Leih-Gerät gebracht", sagte Möbius und machte deutlich, was dies für Menschen, die in Haft sind, bedeute: "Für sie ist der Fernseher ein Tor nach draußen." Außerdem organisierte Eiber, dass Insassen und Bedienstete der JVA Amberg gegen die Alten Herren seines Heimatvereins SV Schönthal spielten. "Alfons Eiber hat weit über seinen seelsorgerischen Bereich hinaus gewirkt", bilanzierte Peter Möbius.

Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Eibers Nachfolger, Peter Bublitz. "Sie können sehr wohl den Weg in den breiten Fußstapfen, die Alfons Eiber hinterlassen hat, beschreiten", sagte er zum bisherigen Diakon der Pfarrei St. Martin. (Hintergrund)
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