Granate in den Winkel

Da jubelten die Spieler des ERSC Amberg: Mit 6:2 bezwangen sie Dingolfing im Heimspiel am Freitag. Bild: brü

Das nennt man Revanche: Boris Flamik, Abwehrchef des ERSC Amberg, packt dreimal den "Hammer" aus und schießt die Isar Rats einfach ab.

Die Amberger Löwen besiegten den EV Dingolfing im Rückspiel der Eishockey-Landesliga deutlich mit 6:2, stellten aber erst nach einem 0:2-Rückstand im Mittelabschnitt ihr Visier richtig ein. Die Gäste schienen lange mit ihrer Kontertaktik Erfolg zu haben, aber die Gastgeber bewiesen Powerplay-Qualitäten. Beim ERSC war überraschend Verteidiger Simon Bogner ins Team zurückgekehrt, dafür fiel Neuzugang Kevin Altmann mit einer Muskelverletzung aus.

Beide Teams begannen abtastend, wobei die Gastgeber mehr in ein offensives Spiel investierten. Der ERSC hätte durch Farnbauer und Söllner in Führung gehen können, bei der einzigen Powerplaymöglichkeit des Anfangsdrittels sogar müssen.

Zum Mittelabschnitt kamen die Löwen mit noch mehr Angriffslust aus den Kabinen, und Kirill Groz sorgte bald für einen Torschrei auf den Rängen, allerdings traf er nur auf die Latte des Gästetores. Der direkte Gegenzug brachte die überraschende Führung für Dingolfing, was kurzfristig schon für Unordnung im ERSC-Verbund sorgte. Der Ausgleich sollte nun mit der Brechstange erzwungen werden, was gleichzeitig Lücken in der Defensive eröffnete. Zweimal tauchten Gästestürmer alleine vor Stolz auf, der Schlimmeres verhindern konnte. Keine Chance hatte er beim 0:2 durch EVD-Torjäger Dominik Schindlbeck, der zuvor Löwenverteidiger Pruett spielend überlief.

"Plan B" der Gäste schien aufzugehen, dann meldete sich der ERSC eindrucksvoll zurück - in Gestalt von Boris Flamik. Den Anschlusstreffer erzielte der Spielmacher selbst, den Ausgleich von Felix Söllner bereitete er mit vor und die erstmalige Führung seiner Mannschaft besorgte er mit einer wahren Granate in den Torwinkel - vierzehn Sekunden vor der Drittelsirene zu einem wirklich passenden Zeitpunkt. Die Löwen hatten das Spiel gedreht und nun deutlicher Oberwasser bekommen. Lukas Stolz hatte seinen Kasten für geschlossen erklärt und so war das 4:2, erneut durch Söllner, eine Vorentscheidung. Nachdem er einen Schlagschuss von Daniel Krieger gegen die Maske bekommen hatte, war für Mayer der Einsatz beendet. Sein Nachfolger Vinzenz Hähnel stand gerade einmal 85 Sekunden zwischen den Pfosten, da versenkte Flamik die Scheibe erneut von der blauen Linie aus zum 5:2. Da wäre die Messe gelesen gewesen, hätte sich nicht Darnell Pruett eine berechtigte Spieldauerstrafe eingefangen. Aber auf der Gegenseite hatte Verteidiger Danny Weber einen wirklich "gebrauchten" Abend. Der saß nicht nur bei drei Überzahltreffern des ERSC als Sünder auf der Strafbank, sondern verstolperte bei eigenem Powerplay auch noch die Scheibe in der neutralen Zone und ermöglichte der Ponitz-Truppe in vorletzter Minute so ein Unterzahltor durch Sebastian Aukofer, zum 6:2-Endstand - was den ERSC zumindest für Freitagabend an die Tabellenspitze hob.

Einziger Wermutstropfen: Auf der Zusatzmeldung der Schiedsrichter stand neben der Spieldauerstrafe auch der Vermerk, dass von wenigen Unverbesserlichen Gegenstände auf die Eisfläche geworfen wurden. Diese erweisen dem Verein damit einen Bärendienst.
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