Große Strafkammer verteilt 45-jährigen Amberger zu zwei Jahren auf Bewährung - Angeklagter: ...
Mit Geld aus anderen Autokäufen die Löcher gestopft

(hwo) Wie hoch der Schaden genau war, ließ sich nicht mehr ermitteln. Fest aber stand: Ein 45-jähriger Autoverkäufer aus Amberg hat seine ehemaligen Arbeitgeber im sechsstelligen Bereich geschädigt. Die Große Strafkammer unter Vorsitz von Roswitha Stöber hörte von dem Mann, dass er bei seiner im Kreis Schwandorf ansässigen Firma großes Vertrauen genoss. Auch dann, wenn es darum ging, größere Bargeldsummen zu kassieren. In Einzelfällen bis zu 40 000 Euro.

Schon über etliche Jahre hinweg in dem Unternehmen beschäftigt, kam es dann zu Unregelmäßigkeiten. Die Zahlen stimmten nicht mehr zusammen, es entstanden Fehlbeträge. Den Richtern sagte der 45-Jährige, dass er Finanzlöcher mit Beträgen ausglich, die er durch andere Kfz-Verkäufe erhielt. Das führte zu einem heillosen Durcheinander. "Hatten Sie denn nicht für sich selbst so eine Art Buchhaltung?", fragte Stöber. "Ich verlor komplett den Überblick", sagte der Mann. Zumal, weil Autos ins Ausland gingen und nicht bezahlt wurden.

Die Firmenbesitzer erfuhren nichts. Bei einer Überprüfung fiel auf, dass größere Summen fehlten. Ob diese Beträge nun ganz konkret, so wie es die Staatsanwaltschaft vermutet hatte, aus dem Verkauf von acht Nobellimousinen für rund 200 000 Euro stammten, erschien zum Schluss völlig unklar. Der Autoverkäufer blieb dabei: "Für mich selbst habe ich nichts genommen." Für die Kammer stand schließlich fest: "Sie hätten rechtzeitig Ihrem Arbeitgeber die Lage offenbaren müssen." Da er dies nicht getan habe, sei es zu dem Schaden in sechsstelliger Höhe gekommen. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Haft mit Bewährung und 200 gemeinnützige Arbeitsstunden. Für eine Strafe in dieser Höhe hatte sich auch Staatsanwalt Stefan Schneider ausgesprochen. Dem Mann eine Bewährungschance zu geben, war der Wunsch von Anwalt Dr. Klaus-Dieter Höh (Regensburg).

Den Firmeninhabern zahlt der Angeklagte 100 000 Euro (jährlich 20 000 Euro), zurück. Einer der Chefs sagte als Zeuge: "Das war ein Vertrauensthema. Bei ihm musste nicht näher nachgeschaut werden."
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