Großverein mit 3000 Mitgliedern

Was wir auch brauchen, ist eine Umplanung des Sportparks.

Die beiden größten Vereine Ambergs haben jeweils rund 1400 Mitglieder. Die Sportgemeinschaft Siemens hat 17 Sparten, der TV 1861 Amberg 15. Gemeinsam wären sie noch stärker. Auch deshalb arbeiten ihre Vorsitzenden an einer Fusion.

Traditionen wollen Thomas Bärthlein (Turnverein) und Paul Frank (SGS) dabei keineswegs über Bord werfen. Da sind sie sich viel zu sehr der Geschichte der Vereine bewusst. Die SG Siemens ist 52 Jahre alt, der TV sogar stolze 153.

Schon mehrere Gespräche

Für Frank ist die Marschroute klar. Er hofft, er ist zuversichtlich, dass die meisten Mitglieder da auch mitziehen. "Wir wollen in Richtung Fusion mit dem TV arbeiten", liefert er ein klares Bekenntnis ab. "Ich habe schon immer für eine engere Zusammenarbeit beider Vereine plädiert", unterstreicht Bärthlein.

Es hat bereits mehrere Gespräche gegeben, sie laufen seit gut einem halben Jahr. In Kürze werden sich der SGS- und der Turnvereins-Chef mit Oberbürgermeister Michael Cerny an einen Tisch setzen, um ihn über ihre Pläne zu unterrichten.

Dabei, so kündigt Bärthlein an, sollte auch noch über ein anderes wichtiges Thema geredet werden, das bei einer Fusion nicht außer Acht gelassen werde dürfe: "Was wir auch brauchen, ist eine Umplanung des Sportparks." Vielleicht gibt es bis zu dem Termin mit dem OB schon erste Vorschläge, meint Bärthlein.

Möglicherweise wird sogar noch über die Ebene TV/SGS hinaus gedacht. Laut Bärthlein und Frank wäre es durchaus eine Überlegung wert, noch einen dritten Verein mit ins Boot zu nehmen. Bereits bei der Jahreshauptversammlung des TV 1861 heuer im April hatte Bärthlein gesagt: "Ich biete kleineren Vereinen eine engere Zusammenarbeit oder gar eine Fusion an, aber die Struktur sollte dabei erhalten bleiben."

In Paul Franks Augen besteht schon "seit mehreren Jahren Handlungsbedarf". Die Sportgemeinschaft spüre längst den demografischen Wandel: "Es verändert sich die Nachfragestruktur." Hinzu komme, dass das Vereinsheim, das auf Firmengrund stehe, in der Substanz 50 Jahre alt und dringend renovierungsbedürftig sei. Es müsste also investiert werden, auch in eine Erweiterung des Gebäudes. Und das, weiß Frank, wird Siemens "nicht tun". Zumal der Standort Amberg mit seinen Werken "immer Fläche braucht".

Forderung des Konzerns

Ein weiterer Punkt, der die SGS praktisch dazu zwingt, sich mit einer Fusion zu beschäftigen: Die Konzernverwaltung, das bestätigt Frank, ist offensichtlich der Meinung, dass Sportgemeinschaften, bei denen der Mitarbeiteranteil (dazu zählen auch Kinder, Lebenspartner oder Rentner) unter 50 Prozent gesunken ist, keine Existenzberechtigung mehr haben. Die SGS Amberg pendele nur noch zwischen 25 und 30 Prozent.

Dass es kein leichter Weg wird, dessen sind sich die beiden Vorsitzenden bewusst. "Das kostet Zeit, das kostet Aufwand, das kostet Engagement", sagt Frank. Er und Bärthlein haben bereits mit Leuten vom BLSV (Bayerischer Landes-Sportverband) gesprochen, die schon Fusionen gestemmt haben. Bis alles über die Bühne ist, zögen um die zwei Jahre ins Land, das sei die Erkenntnis, die man gewonnen hat. Bärthlein und Frank wollen im Frühjahr 2015 "satzungsmäßig ein paar Voraussetzungen schaffen".
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