Gut gebrüllt, FC Amberg!

Balleroberung Tobias Wiesner, butterweiche Flanke Kai Hempel, Kopfball Sebastian Hauck (Mitte): Der FC-Stürmer überspringt in der 35. Minute den Münchener Verteidiger Sertan Yegenoglu (rechts) im Kopfballduell und erzielt mit seinem fünften Saisontreffer die 1:0-Führung für den FC Amberg.

Der Regionalliga-Neuling beendet nach drei Niederlagen in der Liga und dem Aus im Pokal seine "schwarze September-Serie". Beim 2:0-Sieg gegen die TSV 1860 München II ist die Rost-Elf lange Zeit unter Druck, schlägt dann aber eiskalt zu.

Die drei Punkte sicherte sich die Mannschaft von FC-Trainer Timo Rost vor allem durch viel Einsatz und Kampfbereitschaft im zweiten Abschnitt. "Die Jungs haben sich für ihre Leistung belohnt. Wir haben sehr abgeklärt gespielt und uns den Sieg verdient", lobte Rost sein Team. Sein Gegenüber, Löwen-Coach Daniel Bierofka, war hingegen angefressen: "Wir haben so viele Chancen und schaffen es einfach nicht, in Führung zu gehen. Defensiv waren wir zu naiv und haben in der zweiten Halbzeit zu wenig Willen und Emotion gezeigt."

Glück, Geschick und Götz

Vor rund 1100 Zuschauern schickte Timo Rost die gleiche Elf wie beim 0:1 gegen Bayreuth aufs Feld. Daniel Bierofka änderte sein Team dagegen im Vergleich zum 1:1-Unentschieden zuletzt gegen die Augsburger Amateure auf fünf Positionen. Dennoch begann die U 21 des Zweitligisten druckvoll und erarbeitete sich einige Chancen in der Anfangsphase. Da war FC-Torhüter Matthias Götz mehrfach gefordert, erstmals bei einer verunglückten Flanke von Gästekapitän Michael Kokocinski, die sich gefährlich in Richtung langes Eck senkte (7.). Auch in einer Eins-gegen-Eins-Situation gegen den 2,03-Meter-Hünen Fejsal Mulic, der zuvor Michael Plänitz und Julian Ceesay davongelaufen war, parierte Ambergs Schlussmann stark (13.).

Glück hatte der FC bei einem Kopfball von Felix Weber, der knapp über das Tor ging (18.). Dann musste Götz erneut eingreifen, der stramme Schuss von Nico Karger stellte ihn aber vor keine Probleme. Von Amberg war bis dahin nur wenig zu sehen, abgesehen von einem Versuch von Michael Dietl aus spitzem Winkel, den Torhüter Michael Netolitzky aber parierte. Ansonsten tat sich der FC nach vorne schwer, agierte oft zu hektisch und unüberlegt.

In der 35. Minute zeigte die Rost-Elf aber, wozu sie fähig ist: Nach einer schönen Balleroberung im Mittelfeld von Tobias Wiesner brachte Kai Hempel eine Flanke butterweich in die Mitte, wo Sebastian Hauck am höchsten stieg und zum 1:0 einköpfte. Ein Tor aus dem Nichts. Die kleinen Löwen erhöhten nach der Pause den Druck, doch der FC stand jetzt besser und verteidigte gut, so dass die Gäste kaum zu Chancen kamen. Die beste Möglichkeit hatte Fejsal Mulic in der 53. Minute per Kopf, doch sein Versuch ging knapp vorbei. Wirkliche Hochkaräter konnten sich die Gäste nicht herausspielen.

Bierofka auf die Tribüne

Den nächsten Aufreger gab es dann in der 77. Minute, als sich Gästetrainer Daniel Bierofka beim Schiedsrichtergespann über eine der vielen strittigen Entscheidungen beschwerte und daraufhin auf die Tribüne verwiesen wurde. Eine Entscheidung, die der Löwen-Coach nicht verstehen wollte: "Das ist lächerlich, die Schiris müssen sich auch mal ein dickeres Fell zulegen." Von der Löwen-U21 war auf dem Feld hingegen nichts mehr zu sehen. In der Nachspielzeit sorgte der eingewechselte Thomas Schneider mit seinem ersten Tor für den FCA für die Entscheidung, als er einen Konter eiskalt zum 2:0-Endstand abschloss.

Aufgrund der zweiten Hälfte war der FC-Sieg verdient, weil die Rost-Elf den Kampf gegen einen technisch und körperlich starken Gegner annahm. Dass es diesmal nicht unbedingt was für Ästheten war, interessierte am Ende wenig. Wie viel der Sieg tatsächlich wert ist, hängt aber auch vom nächsten Spiel am Freitag, 2. Oktober, beim TSV Buchbach ab. Legt der FC da noch einen Sieg nach, könnte er den Abstand zum Tabellenkeller weiter vergrößern.
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