Gut gebrüllt, Löwen

Jubelnde Amberger vor dem enttäuscht auf dem Eis knieenden Gästetorhüter. 10 seiner 13 Heimspiel in dieser Saison gewann der ERSC Amberg (im Bild von links Simon Bogner, Florian Bartels, Sebastian Aukofer und Felix Söllner). Auswärts war die Bilanz nicht viel schlechter: 8 Siege, 5 Niederlagen. Bild: Ziegler

Ein echtes Finale zum Saisonfinale: Im Penaltyschießen besiegt der EV Pegnitz im Topspiel den ESC Vilshofen und holt sich den Titel in der Eishockey-Landesliga Nord/Ost. Der ERSC Amberg ist den Spitzenteams lange Zeit auf den Fersen und beendet die Runde auf exakt dem gleichen Platz wie im Vorjahr.

In der Eishockey-Landesliga Nordost fiel am Sonntagabend der Vorhang - beinahe jedenfalls, denn Regensburg hatte gegen Bad Kissingen keine Eisfläche zur Verfügung, was aber mit großer Sicherheit eine Wertung für die Unterfranken zur Folge hat. Die beiden Plätze für die Aufstiegsrunde hatten sich schon vorzeitig der ESC Vilshofen und der EV Pegnitz gesichert. Im direkten Duell der beiden am letzten Spieltag verteidigten die Pegnitzer mit einem 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen ihren Titel aus dem Vorjahr.

In den ersten Playoffs treffen die beiden Freiluft-Teams nun auf die Konkurrenz aus dem Südwesten, die Riverrats aus Geretsried (Vilshofen) sowie auf die Schongauer Mammuts (Pegnitz). Absteiger sind Regensburg und Regen, aber der Bayerische Eishockeyverband soll schon über eine Neustrukturierung nachdenken, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Da kann es im Sommer noch zu einigen Überraschungen kommen.

Der ERSC Amberg beendete die Saison auf dem sechsten Rang - exakt wie im Vorjahr, aber dennoch weitaus höher zu bewerten. Zum einen war die Konkurrenz um zwei Teams größer und dann sprach man ja - nicht zu Unrecht - von Beginn an von der "stärksten Landesliga aller Zeiten". Der Saisonverlauf bestätigte dies nachdrücklich. Es gab reihenweise sehenswertes Eishockey geboten, auch von den Amberger Löwen. Aus deren Sicht besonders beim 4:2-Heimsieg vor knapp 1200 Zuschauern gegen den EV Pegnitz.

Sogar Tabellenführer

Aber auch der Auswärtserfolg bei den heimstarken Vilshofener Wölfen sowie die "Krimis" gegen Dingolfing und Bad Kissingen werden den Fans in Erinnerung bleiben, ebenso die erfolgreiche "Alpentour" mit den deutlichen Siegen in Inzell und Trostberg binnen 24 Stunden. Die Löwen waren über die gesamte Spielzeit ganz nah dran an den Spitzenplätzen, zeitweise sogar Tabellenführer.

"Wir wollen erfolgreich spielen und unterhaltsames Eishockey bieten", hatte Trainer Stefan Ponitz vor der Saison vorgegeben. Im Nachhinein sieht sich der "Pointer" bestätigt: "Ich bin voll und ganz zufrieden mit der Saisonleistung." So richtig geärgert hätten ihn nur drei Spiele: "In Schweinfurt darfst du nach einer 3:0-Führung niemals verlieren. In Dingolfing holst du ein 1:4 auf und schenkst das noch leichtfertig her."

Und das dritte Ärgernis? "Die knappe 3:4-Niederlage in Pegnitz kurz vor Schluss, wo wir eigentlich die bessere Mannschaft waren." Aber natürlich überwiege das Positive, denn 18 Siege in 26 Begegnungen seien schon eine Hausnummer. In die gleiche Richtung gehen die Einschätzungen von Mustafa Sugle. Der ERSC-Vorsitzende sieht den Landesligisten sportlich voll im Soll, woran nicht zuletzt die zahlreichen Neuzugänge ihren Anteil hatten. "Der ,Pointer' hat da gute Arbeit bei der Zusammenstellung geleistet", sagt Sugle.

Im Schnitt 460 Zuschauer

Rund 460 Zuschauer im Schnitt sahen die Heimbegegnungen der Löwen. Ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, was der Vorsitzende auch wohlwollend zur Kenntnis nimmt, auch wenn er sich insgeheim mehr erhofft hätte: "Wegen der guten Leistungen und vor dem Hintergrund, dass das Amberger Eishockey nun unter einem Hut ist."
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