Häftling aus Amberg flüchtet bei Zeugenvernehmung
Der Krücken-Trick

Am Morgen wachte er noch in seiner Gefängniszelle an der Werner-von-Siemens-Straße auf, wenige Stunden später befand er sich in Regensburg auf der Flucht. Ein 40-jähriger Gefangener der Justizvollzugsanstalt Amberg ist am Mittwochvormittag auf dem Weg zu einer Zeugenvernehmung getürmt.

Plötzlich genesen

Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilte, sollte der Mann, der aus der Straubinger Gegend stammt und wegen mehreren Eigentumsdelikten einsaß, in einem Prozess vor dem Landgericht Regensburg als Zeuge aussagen. Gegen 10.30 Uhr sei ihm in dem Justizgebäude die Flucht gelungen, obwohl er sich "in polizeilicher Obhut" befunden habe, erklärte Polizeisprecher Albert Brück. Offenbar nutzte der Inhaftierte einen Trick: Brücks Angaben zufolge hatte sich vor dem Termin in Regensburg medizinisch behandeln und sich eine Krücke verschreiben lassen. Aufgestützt auf diese Gehhilfe humpelte er durch den Gang des Landgerichts und ließ die polizeiliche Begleitung wohl im Glauben, ein Davonlaufen sei unmöglich.

Von wegen: Der 40-Jährige ließ die Krücke fallen und rannte weg. Die Polizei fahndete in der ganzen Stadt nach ihm, insbesondere im Bereich des Hauptbahnhofes - bislang ohne Erfolg. Der Flüchtige ist 1,82 Meter groß und schlank. Bekleidet war er mit einem rot-weiß-blauen Hemd und blauer Jeans. Wie viele Beamte die Gefangenen-Vorführung absicherten, konnte der Polizeisprecher nicht sagen. "In der Regel sind zwei Kollegen dabei", erklärte Brück.
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