Hannes' Metamorphose

Wandelbar, aber unverwechselbar: Hannes Ringlstetter bei seinem Auftritt im ACC. Bild: kge

Simon und Jan aus Oldenburg sangen perfekt zweistimmig und Gitarre spielend am Donnerstagabend im ACC: "Und dann sah ich ein Karnickel kotzen und es war wunderschön." Mit ihren Erfahrungen aus dem Netz stimmten sie das Publikum auf einen lustigen Abend mit Hannes Ringlstetter und Band ein.

Dieser stellte zunächst seine Musiker als Originale aus Amerika vor, doch so wie sich diese schließlich in echte Bayern verwandelten, machte auch der Sänger und Humorist im Laufe des Programms eine Metamorphose durch. Geprägt von seiner Kindheit, in der er als Kasperl zum Fasching musste und doch viel lieber Cowboy gewesen wäre, holt er nun auf der Bühne seine heimlichen Träume nach. Als Bub wurde er einmal zum Tag der offenen Tür in die Straubinger Haftanstalt geführt. Dort wurden seine romantische Vorstellung von den stahlharten Kerlen jäh durch einen Insassen, der sein Abitur nachholte, enttäuscht.

Nichtsdestotrotz inspirierte ihn diese Erfahrung so wie sein Vorbild Johnny Cash aus "At Folsom prison" zu seinem Programmtitel "Ringl on fire". Und das bekannte Lied sang dann das begeisterte Publikum mit dem musikalischen Allrounder, dessen Stimme vom Original kaum zu unterscheiden war. Aber auch eigene Kompositionen wie "Pimperlake", das auf sexueller Erfahrungen in Jugendtagen ("da wurden wir im See miteinander erwischt und mussten je 100 Mark Strafe zahlen!") beruht, bekamen seine Zuhörer im Kongresszentrum zu hören.

Von Country bis Stilmix

Und als schließlich Hannes Ringelstetter in seinen witzigen überleitenden Anekdoten immer älter wurde, verschwand auch plötzlich der Cowboyhut auf seinem Kopf. Die Musiker wechselten durch die Wahl der Instrumente vom Country zu neuen Richtungen, bis zum Ende hin ein Stilmix herauskam mit echt boarischen Texten: "Wo d'Frauen - noch ohne Islam - beim Arbeitn Kopftuch trogn, da samma dahoam."
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