Harte Nuss vor Weihnachten
Angemerkt

Die Erste Strafkammer des Landgerichts musste in dem nun zu Ende gehenden Jahr eine Vielzahl von Fällen klären. Etliche davon waren von der Beweislage her schwierig, bedurften der Aufhellung durch mosaikartig zusammengesetzte Indizien. Nun, in der letzten Woche vor Weihnachten, ist eine der härtesten Nüsse zu knacken.

Auf dem Richtertisch liegen dicke Stapel mit Aktenordnern. Manche davon sind schon drei Jahrzehnte alt und deshalb leicht zerfleddert. Aus Archiven geholt mit dem Zweck, die Lebensgeschichte eines Mannes zu skizzieren, der die deutsche Justiz von jungen Jahren an beschäftigte.

Immer zu Unrecht? Der Angeklagte macht dies für manche seiner Straftaten geltend, sieht sich als Opfer. Selbst sexuell missbraucht statt Missbrauchstäter, ein Gutmensch und Helfer in so manchem Heim, in das man ihn einwies. Brände bekämpft und gelöscht statt gelegt. Einer davon im Kreis Amberg-Sulzbach, wo es plötzlich in einem Heimzimmer aus dem Abfalleimer qualmte. "Da bin ich rein und habe es ausgemacht."

Eine schwierige Aufgabe, die den drei Berufsrichtern und den beiden Schöffen in den kommenden Tagen bevorsteht. Vier Brände stehen zur Debatte, und in jedem Fall war der 56-Jährige irgendwie an den Tatorten präsent. Das aber reicht bei weitem nicht aus. Man wird Fakten brauchen.

Am Freitag soll, so ist es vorgesehen, eine Entscheidung fallen. Erst dann dürfte feststehen, ob die Brandstiftungsserie nachweisbar ist.

redaz@zeitung.org

Polizeibericht

Der VW Polo taucht wieder auf

Amberg. Ihren Wagen hatte am 2. Dezember eine 75-jährige Rentnerin aus dem Landkreis bei der Polizei als "vermisst" gemeldet. Die Senioren war nach Amberg gefahren, um einige Besorgungen zu erledigen. Als sie nach Hause wollte, konnte sie ihren weißen VW Polo nicht mehr auf dem vermutlichen Parkplatz finden. Da sie sich aber nicht ganz sicher war, wurde die "Fahndung" auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet.

Nachdem das Auto bis zum Nikolaustag nicht aufgetaucht war, wurde der Kleinwagen im Fahndungssystem der Polizei ausgeschrieben. Zivilfahnder fanden schließlich am Samstag den "abgängigen" Pkw - unversehrt in der Deinfelderstraße, ordnungsgemäß versperrt am Fahrbahnrand. Die Polizei verständigte Angehörige der 75-Jährigen, die den Polo abholten. Somit hat sich für die Polizei der Fall erledigt.
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