Haube fast zur Hälfte neu eingekleidet
Martinsturm in neuem Kleid

Spenglern in luftiger Höhe: Eine neue Kupferhaube für den Martinsturm Die alten, grünen Bleche sind abmontiert. Die etwa acht Meter hohe "Laterne" unterhalb der Wetterfahne glänzt bereits im neuen Kupferkleid: Schritt für Schritt nähert sich die Sanierung des Martinsturmes dem Ende. Bis das Gerüst ganz oben an der Haube aber wieder abgebaut werden kann, vergehen noch einige Wochen. Die Spengler müssen jedes einzelne Teil von Hand biegen, falzen und an den hölzernen Dachstuhl anheften. Bis zum Beginn des Win

Sie biegen und falzen, schneiden und hämmern: Seit Dezember arbeiten zwei Amberger Spengler auf dem Turm von St. Martin. Gut zur Hälfte ist die Haube schon neu eingekleidet - mit glänzendem Kupfer.

Bei diesem Projekt helfen keine Fertigteile aus der Fabrik. Die Brüder Peter und Josef Bönisch müssen jedes einzelne Stück Blech von Hand zurechtbiegen, es zuschneiden und oben in schwindelerregender Höhe verfalzen. "Der Bunsenbrenner ist auf dieser Baustelle tabu", sagt einer der beiden Spengler. "Jedes Kupferblech, das erhitzt werden muss, fertigen wir in der Werkstatt vor."

Kugel festgezurrt

Seit Dezember sind sie mit der Verkleidung der Haube beschäftigt. Dort, wo die Kuppel auf dem Mauerwerk aufsitzt, fingen die beiden mit dem Einblechen an. "Die Oxidation schreitet sehr schnell voran", erklärt Architektin Carola Setz. Das neue Kupfer, das vor einigen Monaten noch in der Sonne blitzte, ist mittlerweile mattbraun. Derzeit glänzen die frischesten Teile an der sogenannten "Laterne", dem etwa acht Meter hohen Aufbau zwischen Kuppelspitze und Wetterfahne. Die 1,40 Meter breite und etwa 100 Kilogramm schwere Kugel, in der die Fahne steckt, liegt festgezurrt auf dem obersten Gerüstboden.

Kupferner Wintermantel

"Wir müssen sie anhängen", erklärt Setz. "Der Wind würde sie sonst herunterwehen." Die Kugel und die Fahne sind die einzigen Teile der Haube, die die Spengler-Brüder nicht instandsetzen. Diesen Job übernimmt eine andere Firma. "Wann wir fertig werden, können wir nicht sagen", erklärt Peter Bönisch. "Das hängt vom Wetter ab." Ist es zu windig, müssen sie die Arbeiten einstellen. "Wir hatten heuer schon etliche Tage, an denen gar nichts ging."

Das neue Kleid der Turmhaube soll ein Wintermantel werden: Bis zum Beginn der kalten Jahreszeit wollen die Spengler auf jeden Fall fertig sein. An dem Tag, an dem sie ihr Werkzeug einpacken, beginnen die Männer von der Gerüstfirma ganz oben an der Spitze mit dem Abbau des Gestänges.

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Weitere Bilder im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/martinsturm
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