Heini Hohl feierte am 1. April seinen 64. Geburtstag auf seine Weise
Ungeahnte Einblicke in eine neue Welt

Künstler Heini Hohl präsentierte zu seinem Geburtstag seine Lieblingswerke. Bild: Hartl

Heini Hohl feierte am 1. April seinen 64. Geburtstag auf seine Weise. Mit einer Vernissage zu seiner aktuellen Ausstellung. Künstlerkollegen, Kunst- und persönliche Freunde gratulierten ihm im Amberger Kunstkombinat.

Der Schöpfer der ausgestellten Bilder ist kein Freund großer Worte und wollte eigentlich ganz bescheiden auf eine Laudatio zu seinen Ehren verzichten. Aber Marion Mack vom Kunstkombinat lässt es sich nicht nehmen, doch ein paar Bemerkungen über die Arbeiten von Heini Hohl zu verlieren. Der bleibt seiner Heimatstadt stets eng verbunden, auch wenn eines seiner Werke mittlerweile den Weg in den Sultanspalast von Brunei gefunden hat. Nachdem er sich in jungen Jahren einige Zeit als Bühnenmaler an den Nürnberger Theatern verdingte, gab er 1973 das geregelte Leben auf, um als freischaffender Künstler zu arbeiten.

Einblicke ins Seelenleben

Er hat seitdem etliche Schaffensphasen durchlebt: ob mit Öl und Acryl, mit Tusche und Tinte auf Leinwand oder Papier. Die Bilder geben einen direkten Blick auf das Seelenleben des Künstlers - aber auch auf das des Betrachters. Abstrahiertes erwacht unter genauerem Augenschein zum Leben, lässt Deutungen zu und fasziniert durch feine, oft ironische Anspielungen.

Die Kunst des Heini Hohl erschließt sich dabei erst bei einer Entdeckungsreise, die in den mit feinem Strich gezeichneten Bildern eine zweite Ebene als Subtext erkennen lassen. Manchmal ist der Humor, der den Künstler selbst bei düster-abgründigen Motiven nicht verlässt, ganz offensichtlich, wie etwa in "Sturm", das unter dem Eindruck der Lektüre von Carl Amerys fiktiven Roman "Der Untergang der Stadt Passau" entstanden ist und ein recht windschiefes Porträt Ambergs zeigt. Für seine neuesten Bilder hat sich Hohl von einer radiologischen Untersuchung seiner selbst inspirieren lassen. Sie zeigen die Windungen seiner eigenen Blutgefäße, deren Darstellung auf dem Röntgenschirm mit Hilfe von Kontrastmittel ihn derart faszinierte, dass er sie umgehend auf Papier verewigen musste.

Die Inspirationen, die den Künstler antreiben, sind, wie man sieht, recht zahlreich und von höchst verschiedener Art. Ob nur aus einer Augenblicksbegegnung mit einem Motiv oder als Ergebnis längeren Nachdenkens, ob berührend oder banal, unter Hohls Stiften und Pinseln wird alles zur Kunst. Eine relativ junge Serie von Bildern hat er den "Höhlenschweinen" gewidmet. Er porträtiert die Tiere einmal recht bedrohlich, zum anderen in possierlichen Gruppen in einer Weise, die keinen Zweifel über das Vorbild aufkommen lassen. Die steinzeitliche Kunst, die in den Höhlen von Lascaux und Altamira entdeckt wurde, stand unverkennbar Pate für diese Reihe.

Sich Zeit nehmen

Wer eine Reise in die Tiefe der Bildkomposition unternehmen will, sich mit dem Schöpfungsprozess der Bilder und mit den Emotionen des Künstlers sowie mit seinen eigenen beschäftigen will, sollte für einen Ausstellungsbesuch ein wenig Zeit mitbringen. Die Bilder von Heini Hohl zeigen ungeahnte Einblicke und lassen eine neue Welt voller fantastischer Motive entstehen. Gelegenheit dazu gibt es bis zum 19. April zu den jeweiligen Öffnungszeiten des Kunstkombinats immer Donnerstag bis Sonntag zwischen 15 und 18 Uhr.
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