Heiße Luft statt Lufthoheit
Angemerkt

Es ging quasi um die Lufthoheit beim Luftmuseum: Wer hat es "schon immer" mehr unterstützt - die CSU oder die SPD? Letztere reklamierte im Hauptausschuss die größere Liebe für das weltweit einmalige Vorzeigeobjekt pauschal für sich und trat damit der CSU auf die Füße. Hinzu kam, dass es Uli Hübner wagte, zu behaupten, die Christsozialen hätten sich mittlerweile der SPD-Meinung angeschlossen.

Klar, dass den Sozialdemokraten da starker Gegenwind ins Gesicht blies. So kräftig, dass ihnen offenbar die Hosen flatterten und Hübner nicht das aussprach, was er und seine Fraktion bei dem Disput meinten: Sie erinnerten sich offensichtlich an die schwierige Zeit vor der Gründung des Luftmuseums. Da waren nämlich nicht alle in Amberg voll überzeugt von der Idee. Manche fürchteten, das Ganze könnte eine Luftnummer werden. Auch weil der Vater des Gedankens seinerzeit als etwas skurriler Künstler galt. Und als Wilhelm Koch dann auch noch das Klösterl für sein Projekt haben wollte, war nicht jeder im Stadtrat davon sofort begeistert. Vor allem bei der CSU existierten gewisse Zweifel. Sie favorisierte eine Zeitlang durchaus die Alternative, dass hier genauso gut das städtische Finanzreferat einziehen könnte. Statt frischer Wind laues Lüftchen, mit dem man nichts riskiert.

Diese Erinnerung lag in der SPD-Argumentation greifbar in der Luft - richtig rausgepfiffen hat sie Hübner nicht. Als die CSU-Fraktionsspitzen die Backen aufbliesen und ihn ordentlich anpusteten, ruderte er zurück, sagte, die CSU habe ihn da falsch verstanden. Er wollte quasi nur loben für die "neue" Haltung. Hübner nahm damit den Dampf raus aus der Debatte. Er sorgte dafür, dass die Luft mit der CSU nicht noch dicker wurde. Mit der Folge, dass am Ende nur eines blieb: heiße Luft.



Hintergrund "Lohnt sich nicht, in Bayern zu stehlen"

Amberg. (td) Die Verteidiger beim Einbruchsprozess kamen aus dem ganzen Bundesgebiet: Olga Sommer aus Trier, Andreas Müller aus Dortmund, Tim Fischer aus Regensburg. Denn die Täter waren keine Hiesigen und zumindest für den Bruch in Amberg extra aus Dortmund angereist. Zwei der drei waren überdies polizeibekannt - einschlägig. Alle saßen seit mehr als sieben Monaten in Untersuchungshaft. Das hatte gewisse Auswirkungen, wie Verteidiger Müller süffisant mitteilte: "Mein Mandant hat mir in der Haft erzählt, dass es sich nicht lohnt, in Bayern zu stehlen."
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.