Helfende Hände brauchen Hilfe

Gute Taten kosten manchmal viel Geld. Geld, das beispielsweise die Wohlfahrtsverbände nur teilweise vom Staat bekommen. Die Diakonie hat jetzt eine Stiftung gegründet, um die Lücke in der Nächstenliebe zu schließen.

Marcus Keil, der Geschäftsführer der Diakonie, erklärt, warum der Verein im 127. Jahr seines Bestehens den Schritt in Richtung Stiftung gemacht hat: "Der Staat kann oder will nicht so viel bezahlen, wie wir brauchen, um Kinder oder alte Menschen wirklich menschenwürdig behandeln zu können."

Keil nennt auch gleich ein Beispiel: Für den Toilettengang eines dementen Menschen im Altenheim seien in der Pflegeversicherung exakt sechs Minuten "eingepreist". "Das reicht ja schon bei einem gesunden Menschen nicht." Aus diesem Grund benötige die Diakonie mehr Personal, als im entsprechenden Schlüssel vorgesehen sei. Das Geld dafür bekomme der Verein aber nicht.

Für mehr Personal

Ein anderes Beispiel: In einer Kinderkrippe, von denen der Diakonie-Verein ja drei unterhalte, seien zwei Kräfte für je 12 Kinder vorgesehen. Ein Schlüssel, der oftmals einfach nicht ausreiche, um dem pädagogischen Auftrag gerecht zu werden. "Da sind wir dann froh, wenn wir wenigstens für ein Jahr eine Praktikantin zusätzlich einstellen können", sagt Marcus Keil. "Mit der staatlichen Förderung jedenfalls können wir den Kindern nicht gerecht werden."

Aus diesem Grunde habe sich der Diakonie-Verein entschlossen, eine Stiftung zu gründen. "Es ist ja Vermögen in der Gesellschaft da - und viele Menschen wollen etwas Gutes tun." Die Stiftung, die von der Sparkasse Amberg-Sulzbach verwaltet werde, biete ihnen die Möglichkeit, der Diakonie Geld zu geben, um den alten Menschen, den Jugendlichen und Kindern mehr Anteilnahme und Nächstenliebe zukommen zu lassen, als es die staatlichen Vorgaben vorsehen. "Wir wollen einfach mehr ausgeben dafür", so Keil. Dazu gehöre auch die Tatsache, dass die Wohlfahrtsverbände, zu denen eben auch die Diakonie gehört, im Gegensatz zu vielen privaten Anbietern ihren Angestellten Tariflöhne bezahle. "Und wir wollen auch nicht raus aus dem Tarif. Das ist für uns etwas Heiliges", macht Marcus Keil deutlich.

Die Diakonie hat noch im alten Jahr eine Stiftungseinlage von 5000 Euro geleistet. Sie bildet den Grundstock, auf dem nun aufgebaut werden soll. "Jetzt machen wir unsere Stiftung bekannt, damit die Leute wissen, dass es sie gibt." Insofern sei die Sparkasse als Träger ideal, da sie die Menschen aus der Region zusammenbringe. Sie kenne die potenziellen Spender und könne sie auf die neue Stiftung der Diakonie aufmerksam machen.

Kontrolle ist wichtig

"Die Stiftung gibt es übrigens nicht, damit ich mir einen Porsche kaufen kann", sagt der Diakonie-Geschäftsführer. Das Geld dürfe nur für die eigentlichen Zwecke des Vereins verwendet werden. Das kontrolliere die Deutsche Stiftungs-Treuhand. "Wir wollen einfach zusätzliche helfende Hände finanzieren", wiederholt Marcus Keil abschließend.
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