Hier fliegen die Fetzen

Nora von Collande und Herbert Herrmann sind nicht immer ein Traumpaar auf der Bühne, zumindest was ihre Rollen betrifft. Auch diesmal liegen sie sich erst in den Haaren, bevor sie ihre Liebe erkennen. Bild: Thomas Grünholz

Herbert Herrmann und Nora von Collande: Das sind zwei prominente Namen, die für Qualität, Witz und Esprit auf der Bühne bürgen. Auch in Amberg haben die beiden bundesweit bekannten Schauspieler eine große Fangemeinde, die sich freuen darf: Herrmann und von Collande kehren zurück ins Stadttheater.

Natürlich ist es erneut ein Stück, das den beiden wie auf den Leib geschneidert ist. Es heißt "Anderthalb Stunden zu spät", ist ein Schauspiel von Gérald Sibleyras in Kooperation mit Jean Dell und öffnet am Donnerstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr seinen Vorhang. Karten sind beim Ticketservice der AZ (10 230), der Tourist-Info (10 233) und an der Abendkasse eine Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich.

Im Stück geht es Laurence und Pierre, die seit über 20 Jahren verheiratet sind. Das Paar hat drei Kinder, von denen das jüngste gerade ausgezogen ist, um zu studieren. Jetzt meint Laurence: "Ich hab' keine Aufgabe mehr. Ohne Kinder bin ich überflüssig geworden - in Rente." Erschwerend kommt hinzu, dass die beiden vor kurzem zum ersten Mal Großeltern geworden sind.

Sie will reden - mit ihm

Auf der Bühne stellt sich das Ganze so dar: Die Eheleute sind zum Essen bei Freunden eingeladen und Pierre wartet schon seit einer Viertelstunde darauf, dass seine Frau endlich fertig wird. Doch im letzten Moment beschließt sie, dass sie keine Lust hat, mitzukommen. Ihr ist die Verabredung "scheißegal".

Sie will endlich mal reden. Über sich, ihn, die Kinder und über ihre Beziehung, die vielen gemeinsamen Jahre, die hinter ihnen liegen und das, was bald auf sie zukommt: der Ruhestand.

Während Laurence sich mit 56 Jahren alt findet, vertritt Pierre den Standpunkt, sie habe vieles noch vor sich. Während sie glaubt, ihr Leben sei verpfuscht - statt Hausfrau und Mutter hätte sie besser Ministerin oder Konzernlenkerin werden sollen -, bereut Pierre gar nichts. Er liebt seine Frau und die Kinder und hat gerade für sehr viel Geld seine Firma verkauft.

Doch er lässt sich auf eine Diskussion mit Laurence ein und je länger der Disput der beiden dauert, desto deutlicher wird: Hier sind zwei, die sich - trotz aller Gegensätze - sehr lieben. Und so kommen die beiden letztendlich zu ihrer Verabredung viel zu spät: anderthalb Stunden.

Frech und lebensnah

Auf sehr humorvolle Weise sezieren die Autoren die Wünsche und Befürchtungen dieses liebenswerten Paares: frech, bewegend und lebensnah. Weitere Informationen: www.stadttheater-amberg.de
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