Hilfe, die weltweit ankommt

Die zwei Vorsitzenden Dr. Ulrich Siebenbürger (links) und Dr. Ulrich Schmid (Zweiter von rechts) freuten sich über den Besuch von Burkina Fasos Botschafterin Marie-Odile Bonkoungou-Balina und OB Michael Cerny (rechts).

Wenn die Projekthilfe Dr. Luppa ihr 50-jähriges Bestehen feiert, dann kommt die Botschafterin von Burkina Faso im bayerischen Dirndl zum Festakt. Sie zeigte damit ihre Verbundenheit, und auch der Amberger Verein dokumentierte seine Liebe zum Schwarzen Kontinent: mit einem afrikanischen Abend zum Jubiläum.

Eigentlich sollte die 50-Jahr-Feier am Freitag im König-Ruprecht-Saal des Landratsamtes ein Dankeschön für die vielen Unterstützer und Mitglieder der Projekthilfe sein. Aber auch ihr selbst wurde gedankt für fünf Jahrzehnte erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit in nahezu allen Teilen der Welt.

Oberbürgermeister Michael Cerny griff das Werbemotto der Organisation auf und sprach von "Hilfe, die ankommt". Und zwar zu fast 100 Prozent ohne Abzüge, nachdem der Verwaltungskostenanteil des ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Vereins im Schnitt bei nur drei Prozent liegt. Ein Beweis, dass die gespendeten Gelder "möglichst effizient und nicht nur mit Herzblut und sozialem Engagement, sondern auch mit Sachverstand eingesetzt werden", wie der OB betonte.

Dabei war es in der Vergangenheit auch die Stadt selbst, die der Projekthilfe Dr. Luppa ihr Vertrauen schenkte, indem sie beispielsweise viele Jahre den Erlös des Altstadtfestes für eine Poliklinik und ein Kinderhospital des Vereins in Sorsogon auf den Philippinen stiftete. Diese alten Beziehungen rief Dr. Ulrich Schmid - seit über 40 Jahren stellvertretender Vorsitzender - beim Festabend in Erinnerung. Stolz blickte er auf einige Höhepunkte aus dieser Zeit zurück, erwähnte unter anderem, dass der einstige OB Franz Prechtl Ehrenbürger der Stadt Sorsogon ist und bei einem Besuch dort auch die "Foundation Amberg-Sorsogon" mit aus der Taufe gehoben hat.

50 Jahre in 50 Ländern aktiv

Doch in 50 Jahren hat der Verein noch viel mehr erreicht: Er hat "in fast 50 Ländern Projekte finanziert, also eigentlich weltweit", wie Vorsitzender Dr. Ulrich Siebenbürger in seiner Rückblende auf einige Arbeitsschwerpunkte skizzierte, ohne zu verhehlen, dass die Organisation bei Spendeneingängen von etwa 100 000 Euro jährlich "auswählen muss, wo unsere Hilfe am meisten gebraucht wird". Mit Burkina Faso ist aktuell eines der ärmsten Länder der Erde ins Visier genommen worden. Dort baut die Projekthilfe derzeit ein Arbeits- und Versammlungszentrum für Witwen und ihre Kinder, die von der Gesellschaft ausgestoßen sind und um ihr Überleben kämpfen müssen. Die Berliner Botschafterin der westafrikanischen Republik, Marie-Odile Bonkoungou-Balina, dankte für dieses Projekt persönlich. "Sie investieren in Einkommen schaffende Maßnahmen, also in ausgezeichnete Modelle zur Armutsbekämpfung", sagte sie an den Vorstand gerichtet, "die Auswahl ist wohldurchdacht und liefert sichtbare Ergebnisse, die im Einklang mit Ihrem Motto stehen: Hilfe, die ankommt". (Angemerkt)
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