Hilfe von außen notwendig

Professor Anton Scharl stellte mit der "Integrativen Onkologie" das jüngste Großprojekt vor, das die Mitglieder des Fördervereins Frauengesundheit Oberpfalz in nächster Zeit realisieren wollen. Archivbild: wsb

Hinter integrativer Krebstherapie stehe ein enormer Aufwand an Organisation und Koordination. Für dieses neue Projekt müssten ein Konzept und ein Flyer erstellt werden, erläuterte der medizinische Beirat des Fördervereins Frauengesundheit Oberpfalz, Professor Anton Scharl.

Die Initiative wurde 2002 unter dem Motto "Gesundheit für Frauen bedeutet Gesundheit für die ganze Familie" auf Anregung von Professor Anton Scharl aus der Taufe gehoben. Der Verein hat seitdem viel erreicht. Und schon wieder steht mit der "Integrativen Onkologie" ein Großprojekt zur Realisierung an, über das Scharl bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Clementine-von-Wallmenich-Haus berichtete.

In schwierigen Situationen

Stellvertretend für die Vorsitzende Brigitta Schöner übernahm die zweite Vorsitzende Evelyn Junker-Zitzmann die Leitung der Versammlung. Sie berichtete, dass das "Offene Atelier für Frauen mit Krebs" unter der Leitung der Kunsttherapeutin Michaela Peter vor fünf Jahren seine Pforten geöffnet habe und seitdem regelmäßig zur gegenstandsfreien Malerei als ein Werkzeug zur Bewältigung schwieriger Lebenssituationen zusammenkomme. Neu würde nun Michaela Peter Vormittagstermine anbieten und zum fünfjährigen Bestehen sei eine Ausstellung im Klinikum St. Marien geplant, um die Bevölkerung zu informieren, was die Frauen im "Offenen Atelier" erwarte. Laut Junker-Zitzmann ist auch das Herzkissenprojekt sehr erfolgreich.

In Vorreiterrolle

Professor Anton Scharl warf einen Blick zurück in die Entwicklung der Organisation, die damals der erste Gesundheitsverein Bayerns gewesen sei. Er betonte, dass die Frauen in kürzester Zeit Projekte auf die Beine gestellt hätten. "Schmetterlinge" zur psychologischen Betreuung krebskranker Patienten am Krankenbett sei zu dieser Zeit wohl das wichtigste Projekt gewesen, "mit dem der Förderverein eine Vorreiterrolle in Bayern einnahm", betonte er. "Heute ist dieses Projekt Standard und wird sogar von den Krankenkassen finanziert", informierte der Mediziner.

Nachdem sich die Frauen des Fördervereins Gedanken über weitere Angebote für an Krebs erkrankte Frauen nach der Operation gemacht haben, fiel im Februar der Startschuss für Schnupperwochen mit einem breitgefächerten Programm an alternativen Methoden zur Unterstützung von durch Brustkrebs betroffene Frauen.

Diese Methoden lagen im Bereich von ausgewählten Entspannungs- und Sportarten, an denen interessierte Frauen kostenlos teilnehmen konnten. Dies sei das Vorangebot für das große Projekt "Integrative Onkologie" gewesen.

"Die an Krebs erkrankten Frauen suchen Hilfe, die sie sich nicht selbst geben können und die deshalb von außen kommen muss, wobei die Versprechen der alternativen Medizin trügerisch sind und in den meisten Fällen die Anwendungen sehr kostspielig", machte Scharl bewusst. Er sprach sich für Medizin mit ergänzenden Therapien aus, die seiner Meinung nach Sinn machen.

Die Idee kommt laut Scharl aus Amerika und die Nachfrage nach ergänzenden Methoden sei bei den Betroffenen auch in Deutschland groß. Man müsse die bereits vorhandenen Angebote innerhalb des Projekts bündeln, um sie dann zu den Betroffenen und Interessierten zu bringen, schlug der Mediziner vor.

"Dahinter steht ein enormer Aufwand an Organisation und Koordination, denn für das neue Projekt müssen ein Konzept und ein Flyer erstellt werden."

Personal und Räume

Aus diesem Grund seien auch Personal und geeignete Räume erforderlich. Bei den Angeboten sei an die Bereiche Ernährung, Sport, Akupunktur, Entspannung durch Yoga und QiGong, Elemente aus der Verhaltenstherapie mit kognitiver Umstrukturierung, aber auch Phytotherapie mit Mistel und Johanniskraut gedacht.
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