Hintergrund: Die Wieswallfahrt

Die berühmte oberbayerische Wieswallfahrt ist nach den Worten von Stadtheimatpflegerin Beate Wolters 1738 entstanden: Ihr Ursprung war die Darstellung eines gegeißelten Jesus'. "Heiland in der Marter wird er auch manchmal genannt."

"Das ist eine Christus-Figur, die an eine Säule gekettet ist, über und über mit Marterspuren bedeckt": Diese habe dem Kloster Steingaden gehört und sei bei Prozessionen herumgetragen und einer Bäuerin zum Aufbewahren gegeben worden.

"Diese Frau hat gesehen, dass diese Figur Tränen vergossen hat" - ein wundersames Ereignis, aus dem sich dann ziemlich rasant eine Wallfahrt entwickelt habe. Daraus sei letztlich die Wieswallfahrt entstanden.

Dieser Name kommt laut Wolters vom Ortsteil Wies, in dem die Kirche steht.

Zu ihr zu pilgern, sei eine Tradition geworden, die sich dann schlagartig über ganz Süddeutschland verteilt habe.

Wolters gibt zu bedenken: "1738 war das Tränenwunder - und 1745 haben sie schon die große Kirche gebaut!" Eine Attraktion dieses Ausmaßes könne man an der Vils zwar nicht bieten, "wir hatten aber diese kleine Kapelle - und die war für Amberg sicher auch schon etwas".

So gab es neben der großen Mariahilfbergwallfahrt damals auch noch die kleine Wieswallfahrt. (eik)
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