Höhen-Abenteuer im Erzgebirge

Gut 50 Meter in die Höhe ging es beim gemeinsamen Klettern im deutsch-tschechischen Partnerschaftsprojekt der Ammersichter Mittelschule - für alle Beteilgten ein bedeutsames Erlebnis. Bilder: hfz (2)

Eine Schulpartnerschaft soll sich entwickeln, die den Gedanken der europäischen Gemeinschaft im Alltag erlebbar macht: Das steckt hinter einem Projekt, das die Mittelschule Ammersricht mit einer tschechischen Schule zusammenbringt. Die Teilnehmer wollten dabei hoch hinaus.

Es ist wohl ein knappes Jahr her, dass der Verein Jupiter 49°33'5'' in Person des Vorsitzenden Jörk Kaduk an die Ammersrichter Schule mit einem Vorschlag herantrat: ein gemeinsames erlebnispädagogisches Projekt mit einer Mittelschule aus dem tschechischen Frýdlant zu realisieren. Als Themen sollten die Drogen- und Gewaltprävention im Mittelpunkt stehen. Lehrer Bernhard Hirsch, der mit dem Verein schon zahlreiche Aktionen organisiert hat, übernahm die Koordination.

Mit Englisch beholfen

Zunächst galt es aber, die genauen Rahmenbedingungen zu klären, einen Termin zu finden und dann das umfangreiche Antragswesen zu stemmen, das für eine Bezuschussung durch den Deutsch-Tschechischen-Zukunftsfonds erforderlich ist. Nach all diesen Vorarbeiten stand die Begegnung in der Jugendherberge Johanngeorgenstadt - im Herzen des Erzgebirges - an, wo ein umfangreiches Programm zu absolvieren war. Die Teamer von Jupiter starteten mit ersten Kennenlernspielen, die auch über sprachliche Barrieren hinweg sehr gut funktionierten. Entweder wurde deutsch-tschechisch übersetzt oder die Schüler verständigten sich in ihrem Schul-Englisch, was zumindest für diese Zwecke meistens ausreichend war.

Bereits am nächsten Tag erarbeiteten die Teilnehmer in gemischten Gruppen sehr ausgiebig den Präventionsgedanken zu den Themen Drogen und Gewalt. Dabei zeigte sich schnell, dass man auf beiden Seiten der Grenze mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, aber auch erstaunlich viele Schüler sehr gut über die Szene vor Ort Bescheid wussten.

Die eigentlichen Highlights der Woche sollten aber die beiden Folge-tage werden, an denen zuerst ein anspruchsvoller Klettersteig in der Nähe von Erlabrunn bewältigt werden musste. Das forderte schon einiges an Überwindung und Vertrauen, denn die Felsformationen mit über 30 Metern Höhe lieferte eine beeindruckende Kulisse für diese Aktion.

Grenzen überwinden

Nicht weniger respekteinflößend waren die Teufelssteine, an denen das Klettern, Abseilen und gegenseitige Hochziehen in der Gruppe auf dem Programm standen. Mit Adrenalin pur, aber auch jeder Menge Stolz auf die eigenen Leistungen und das Überwinden vermeintlicher Grenzen könnte man diese beiden Tage überschreiben. Die Aufregung über das Erlebte wirkte auf jeden Fall noch lange in der Jugendherberge nach.

Mit zuvorkommendem Service standen die Herbergseltern dort jederzeit hilfreich zur Seite und trafen mit ihren Speisen den Geschmack der Schüler. Besonders gut kam bei den ungemütlichen Außentemperaturen die Lieferung einer köstlichen warmen Kartoffelsuppe direkt zum Klettersteig an - da langten die meisten gleich zweimal zu.

Ausbau schon geplant

Das Ende der Woche kam viel zu schnell, und die einhellige Meinung war, dass man diese erste Begegnung unbedingt ausbauen muss. Das soll womöglich schon im Herbst bei einem Besuch in Tschechien realisiert werden. In Verbindung mit dem Kostenanteil, den die Eltern trugen, bescherte man den Schülern ein einmaliges Erlebnis, ganz im Sinne des europäischen Gedankens. Es entstand Sensibilität dafür, wie unnötig Drogen und Gewalt sind, wenn man sich eigener Stärken bewusst ist.
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