"Höllisch aufpassen"

Vor eigenem Publikum holte der FC Amberg 13 von möglichen 18 Punkten, ist damit viertbeste Heimmannschaft der Regionalliga Bayern. Zahlen, die auch Jürgen Steib kennt. "Ein Punkt", so der Trainer des TSV Rain/Lech, "wäre für uns ein absoluter Traum, aber es wird schon verdammt schwer." Bild: Ziegler

Die Partie zwischen dem FC Amberg und dem TSV Rain/Lech am Samstag, 10. Oktober, um 14 Uhr im Stadion am Schanzl scheint nur auf den ersten Blick ein Duell auf Augenhöhe zu sein. Beide Teams sind zwar neu in der Regionalliga und beide haben derzeit 17 Punkte auf dem Konto. Doch die Rollen sind vor dem Spiel klar verteilt.

Die Schwaben spielten bereits von 2012 bis 2014 in der Regionalliga, stiegen dann jedoch in die Bayernliga ab. Dort holten sie sich im vergangenen Jahr souverän den Meistertitel und kehrten damit umgehend in Bayerns höchste Spielklasse zurück. Großen Anteil daran hatte auch Trainer Jürgen Steib (47), der sein Team mit einer starken Serie (12 Siege aus 14 Spielen) zurück ins bayerische Oberhaus führte.

Sieg gegen Regensburg

Nach einem eher durchwachsenen Start in die aktuelle Saison sorgte der Aufsteiger am elften Spieltag für eine kleine Sensation und bezwang als erstes Team den Spitzenreiter SSV Jahn Regensburg. "An diesem Tag hat halt alles gepasst", beschreibt Jürgen Steib im Nachhinein den 2:1-Überraschungserfolg. Mit Andreas Schuster und Johannes Müller trafen damals zwei der zwölf Neuzugänge, beide gehören inzwischen zu den Stützpfeilern der TSV-Elf. Dabei treten gerade die offensiven Neuzugänge kein leichtes Erbe an, denn mit Sebastian Kinzel verließ der absolute Topscorer den TSV vor dieser Saison, der in der letztjährigen Bayernligasaison 51 Tore erzielte, jetzt aber beim Bezirksligisten BC Adelzhausen kickt. Ohne Kinzel und weitere wichtige Stammspieler aus der Bayernliga, die den TSV ebenfalls verlassen hatten, taten sich die Schwaben anfangs schwer in der Regionalliga. "Wir spielen oft noch zu brav. Aber wenn ich mir anschaue, mit welcher Mannschaft wir Woche für Woche spielen, dann bin ich nicht unzufrieden", so Steib.

Das größte Manko beim TSV heißt aber Abwehr. Mit 30 Toren kassierte man die meisten Gegentreffer der Liga. Jetzt geht es zur zweitstärksten Offensive der Liga (25 Tore) nach Amberg: "Der FC hat zu Hause eine Festung und ist klarer Favorit. Ein Punkt wäre für uns ein absoluter Traum, aber es wird schon verdammt schwer", stapelt Steib tief. Beim FC Amberg würde man die Heimbilanz gern weiter verbessern. Viermal ging die Rost-Elf als Sieger vom Platz, dazu kommen ein Unentschieden und eine Niederlage.

"Ein Sechs-Punkte-Spiel"

Nach dem Unentschieden in Buchbach am vergangenen Wochenende will man jetzt unbedingt nachlegen: "Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel. Rain ist eine der Mannschaften, die wir für den Klassenerhalt hinter uns lassen müssen. Aber wir müssen höllisch auf ihre Konter und Standards aufpassen", prophezeit FC-Trainer Timo Rost. Fehlen wird dabei neben dem verletzten Andreas Graml, der inzwischen wieder ins Lauftraining eingestiegen ist, auch Julian Ceesay. Der sah in Buchbach die Rote Karte wegen einer Notbremse in der Schlussphase und wurde für zwei Spiele gesperrt. "Julian hat sich für den Punktgewinn geopfert und das Foul gezogen. Ich kenne wenige, die das machen würden - da ziehe ich meinen Hut", so Timo Rost, der ansonsten auf seinen gesamten Kader zurückgreifen kann.

FC Amberg:Götz (1), Bleisteiner (22); Gorgiev (5), Fischer (2), Göpfert (4), Jobst (23), Karzmarczyk (18), Hempel (14), Knorr (17), Schneider (20), Lincke (19), Plänitz (13), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11), Torunarigha (21).
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