Hoffen und Bangen

Eitel Sonnenschein auf der einen, trübe Stimmung auf der anderen Seite. Ähnlich wie die Spiele in der Fußball-Bayernliga Nord vor der Winterpause verlief auch die Vorbereitung beim FC Amberg und der DJK Ammerthal.

Vor den ersten Punktspielen in diesem Jahr am Sonntag, 8. März (15 Uhr) - der Tabellenzweite FC Amberg tritt beim FSV Erlangen-Bruck an, der Sechzehnte DJK Ammerthal empfängt den TSV Neudrossenfeld - erklärt Ambergs Trainer Timo Rost, warum er vorerst nicht über das Thema "Regionalliga" reden möchte, und sein Ammerthaler Kollege Markus Mühling, warum sein Traum Platz 13 ist, er aber auch mit Rang 14 leben könnte.

Herr Rost, Herr Mühling. Zum Ende der Vorbereitung: Ist Ihre Mannschaft gerüstet für den Wiederbeginn?

Mühling: Das wird sich zeigen. Für uns verlief die Vorbereitung mehr als unglücklich: Wir mussten wegen der zehn Ab- und acht Neuzugänge ein komplett neues Team formen, zudem waren Verletzungen oder beruflich bedingt nicht immer alle im Training. Wir können erst seit Montag in Ammerthal wirklich vernünftig trainieren, mussten davor einige Male auf Kunstrasen ausweichen. Dabei hatten wir eigentlich keine Zeit zu verlieren, eine schlagkräftige Truppe zusammenzubauen. Ich habe zwar ein leichtes laues Gefühl, gehe aber dennoch optimistisch in die Restrückrunde.

Rost: Für mich waren die Ergebnisse in den Testspielen absolut nebensächlich, auch die beiden Siege gegen Greuther Fürth II und Schweinfurt. Wichtig war, dass wir das in der Vorrunde Angefangene stabilisiert und ausgebaut haben. Auch diejenigen, die noch nicht ganz so weit waren, haben einen großen Sprung gemacht. In unserem 20-Mann-Kader herrscht jetzt so eine Leistungsdichte, dass ich ohne Qualitätsverlust auswechseln kann. Im Gegenteil: Wir können von der Bank her nachlegen und sind so taktisch noch flexibler geworden.

An was hapert es derzeit noch?

Mühling: Grundsätzlich passt das Gefüge innerhalb der Mannschaft. Aber aus dem zusammengewürfelten Haufen eine Einheit mit Teamgeist zu basteln, ist auf die Kürze der Zeit und den bereits ausgeführten suboptimalen Rahmenbedingungen nur schwer möglich.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie und Ihre Mannschaft in die Restrückrunde?

Rost: Trotz der optimalen Vorbereitung bleiben wir auf dem Boden und arbeiten absolut sachlich weiter. Wir freuen uns auf die kommenden Spiele, wobei uns aber vollkommen klar ist, dass wir in jede Partie alles reinhauen müssen. Nur im Vorbeigehen sind in dieser starken Bayernliga, in der jeder jeden schlagen kann, keine Punkte zu holen. Unser Ziel bleiben die ausgegebenen "60 Punkte oder mehr". Die wollen wir so schnell wie möglich erreichen. Wenn wir sie haben, dann kann man über alles Weitere reden. Davor aber sicherlich nicht!

Mühling: Ganz klar: Oberste Priorität hat für uns der Klassenerhalt. Am besten auf direktem Weg, ohne Relegation. Denn man muss sich mal vor Augen halten, dass die letzten Relegationsspiele erst am 7. Juni beendet sind. Und am 18. Juli geht dann schon die neue Spielzeit los. Da bleibt nicht viel Zeit, sich gezielt auf die Saison 2015/16 vorzubereiten.

Wie kann das Saisonziel erreicht werden?

Rost: Wir müssen in jeder Begegnung unser Leistungsvermögen abrufen. 90 Prozent reichen da niemals aus...

Mühling: Ganz einfach: Wir müssen Punkte einfahren. Wenn wir von den noch ausstehenden zwölf Spielen acht gewinnen sollten, dann haben wir den direkten Klassenerhalt auf alle Fälle in der Tasche.

Wo steht Ihre Mannschaft am Ende der Saison?

Rost: Ich denke, dass wir es schaffen werden, am Saisonende unter den drei bis vier besten Teams der Bayernliga zu sein.

Mühling: Mein Wunsch, besser gesagt mein Traum, wäre der 13. Tabellenplatz, der direkten Klassenerhalt bedeuten würde. Unter Umständen könnte ich mich auch mit dem 14. Rang anfreunden. Dann müsste der direkte Vergleich mit dem Vierzehnten aus der Bayernliga Süd herangezogen werden.

Abschließende Frage: Die Winterpause wird von den Vereinen dazu genützt, mit den Trainern die Zusammenarbeit zu verlängern. Dies war bislang auch bei Ihnen immer der Fall, heuer aber nicht. Wie ist der momentane Stand?

Rost: Es hat lockere Vorgespräche gegeben, aber es ist noch nichts konkret. Muss in der momentanen Situation aber auch nicht sein. Denn es gibt wichtigere Dinge als meine Person. Dazu gehört, die sportlichen Grundlagen zu schaffen, die gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen und die Entwicklung in den Vereinsstrukturen weiter voranzutreiben.

Mühling: Wir haben uns darauf geeinigt, uns erst einmal auf die drei anstehenden wichtigen Spiele gegen Neudrossenfeld, Ansbach und Haibach zu konzentrieren. Das ist wichtiger als meine Vertragsverlängerung.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.