Honig und Apfel: Süßes fürs neue Jahr
Rosch ha-Schana: Drei Fragen an Rabbiner Elias Dray

Rabbiner Elias Dray feiert am Sonntagabend mit seiner israelitischen Kultusgemeinde das jüdische Neujahrsfest. Bild: hfz
Amberg. (san) Juden in aller Welt, nicht nur in Israel, feiern bald Rosch ha-Schana, ihr Neujahrsfest. Der Amberger Rabbiner Elias Dray erklärt den Ursprung, aber auch die Bräuche, die damit verbunden sind.

Warum fällt das jüdische Neujahr in den September?

Elias Dray: Das Fest ist der Beginn des Jahres und legt somit den Kalenderbeginn fest. Der jüdische Kalender richtet sich - wie auch der muslimische - nach dem Mond. Damit Pessach, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert, immer im Frühjahr ist, wird alle drei Jahre ein Schaltmonat eingeschoben. Somit ist Rosch ha-Schana immer im Herbst. Ursprung von Neujahr ist der sechste Tag der Schöpfungsgeschichte, an dem die Menschen erschaffen wurden.

Wie wird das Fest Rosch ha-Schana gefeiert?

Dray: Jüdische Feiertage beginnen stets am Vorabend. Die Menschen kommen zum Gebet in die Synagoge. Danach gibt es meist ein Festessen, wobei zu Rosch ha-Schana traditionell Äpfel und Honig gehören. Beides ist süß - und soll ein süßes, also gutes Jahr verheißen. Eine weitere Tradition an Neujahr ist, auf dem Schofar, ein Instrument aus dem Horn des Widders, verschiedene Töne zu blasen. Dies erinnert uns an die Bindung Isaaks. Rosch ha-Schana ist ein zweitägiges Fest, es endet am Dienstagabend.

Doch der nächste hohe jüdische Feiertag ist nicht fern ...

Dray: Auf Rosch ha-Schana folgt zehn Tage später Jom Kippur, unser Versöhnungstag. Dieser Feiertag ist gleich nächste Woche, am Dienstag. An diesem Tag werden die Sünden zwischen Menschen und Gott, aber auch zwischen Menschen und Menschen gesühnt. An Jom Kippur fasten die Juden, sie essen und trinken den ganzen Tag nichts und bitten Gott um Vergebung für ihre Sünden. Jom Kippur ist ein hoher jüdischer Feiertag. Ihn halten auch Menschen ein, die sonst nicht so religiös sind.
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