Honig versüßt das neue Jahr

Israel Kittlas-Mirnik, der auf Einladung von Rabbiner Elias Dray aus Berlin nach Amberg gekommen war, beim Blasen des Schofarhorns am jüdischen Neujahrsfest, das Rosch ha-Schana genannt wird. Auf Hebräisch wünschen sich die Menschen dann ein gutes Jahr, indem sie sagen: "shana tova". Bild: Sandig

Weintrauben, Äpfel und in Honig getauchte Challa-Scheiben: So süß beginnt für Juden das neue Jahr. Und es ist guter Brauch, zu Rosch ha-Schana eben Süßes zu essen - in der Hoffnung, so möge das neue Jahr werden.

Juden in aller Welt feiern dieser Tage ihr Neujahrsfest, Rosch ha-Schana genannt. Am Vorabend des ersten von zwei Feiertagen haben sich auch die Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde getroffen, um miteinander dieses Fest zu begehen. Zum Gebet in der Synagoge hatte Rabbiner Elias Dray auch Gäste aus Berlin eingeladen. Einer davon war Israel Kittlas-Mirnik. Wie er erklärte, wird an Rosch ha-Schana traditionell auf dem Schofarhorn geblasen. Und zwar jeweils bei den Vormittagsgebeten des zweitägigen Festes. Nach dem Gottesdienst in der Synagoge trafen sich die Gemeindemitglieder zu einem Festmahl.

Challa in runder Form

Traditionell gibt es an Rosch ha-Schana ein geflochtenes Brot, die Challa. Für Shabbat wird es als Zopf gebacken, für das Neujahrsfest in runder Form - dies liegt der Symbolik zugrunde, dass das neue Jahr rund werden soll. Das Runde gilt zugleich aber für den Jahreszyklus. Eine Ambergerin, die seit mehr als 40 Jahren der israelitischen Kultusgemeinde hier angehört, kennt noch eine andere Bedeutung dieser speziellen Form an Rosch ha-Schana: Rund soll die Challa sein, "damit das Glück nicht herausfällt". Am Vorabend von Rosch ha-Schana hat sie mit ihrer Familie das Gebet in der Synagoge und das anschließende Fest im Gemeindesaal besucht. Gestern gab es bei der Familie zu Hause ein festliches Essen zum jüdischen Neujahrsfest.Und da gehörte natürlich auch ganz viel Süßes dazu, zum Beispiel Obst. Gerne werden auch süße Äpfel in Honig getaucht und gegessen.

"Zum Kopf werden"

Bei vielen jüdischen Familien gibt es außerdem traditionell den gefillten Fisch. Dass der Kopf bei diesem Festessen dran bleibt, hat ebenfalls eine Bedeutung und lässt sich mit dem Wunsch, dass man "zum Kopf und nicht zum Schwanz werde", erklären.
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