"Ich bin gerade sprachlos"

Das, was viele Experten - darunter auch Timo Rost, Trainer des FC Amberg - vor der Saison prognostiziert haben, ist in der Fußball-Regionalliga nach zehn Spielen noch nicht eingetroffen. Bayreuths Trainer Christoph Starke war nach dem letzten Spieltag sogar völlig baff.

"Erst dann wird sich herauskristallisieren, wohin der Weg der einzelnen Mannschaften gehen wird", hatte Rost vor zwei Wochen gesagt. Doch vor dem elften Spieltag stellt sich die Situation ganz anders dar. Bis auf den SSV Jahn Regensburg (28 Punkte) und den FC Bayern München II (17), der aber drei Partien weniger als der Spitzenreiter ausgetragen hat, rückten die Teams zuletzt eng zusammen. Mittendrin der FC Amberg, der am Samstag, 19. September, um 14 Uhr bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth vor einer richtungsweisenden Begegnung steht. "Mit 16 Punkten wäre unser Auftakt richtig gelungen gewesen", hatte Rost vor den letzten beiden Niederlagen gegen Unterhaching und Illertissen verlauten lassen. Nach dem 0:1 und 1:2 schrumpfte der aber zunächst doch recht komfortabel anmutende Vorsprung auf die Abstiegsregion kontinuierlich zusammen. Zwar haben die Amberger derzeit 13 Zähler auf ihrem Konto und den siebten Tabellenplatz inne, aber der Abstand zum FC Memmingen auf Platz 15 beträgt lediglich drei Punkte.

"Es war klar, dass viele Teams einige Anlaufzeit brauchen, bis sie sich gefunden haben. Und viele kommen nun in Rollen", sagt auch Ambergs Teammanager Hubert Kirsch. Bestes Beispiel dafür war das überraschende 4:1 des Schlusslichts FC Augsburg II gegen die SpVgg Oberfranken Bayreuth, dem nächsten Gegner des FC Amberg. "Diese Niederlage geht auch in dieser Höhe absolut in Ordnung. Ich hatte den Eindruck, dass ich zwei unterschiedliche Mannschaften trainiere und meine Spieler ihre Zwillingsbrüder geschickt haben. Wir sind wieder vieles schuldig geblieben, und das nach einer guten Trainingswoche. Ich bin gerade sprachlos", sagte Bayreuths Trainer Christoph Starke nach dem letzten Spiel.

Ähnlich erging es Rost, der nach dem 1:2, die erste Heimniederlage dieser Saison, meinte: "Illertissen war der stärkste Gegner, den wir bisher hier in Amberg hatten. Trotzdem sind wir mit 1:0 in Führung gegangen. Aber danach hat man gesehen, welche Qualität Illertissen hat."

Man habe auch gesehen, dass durch die Pokal-Belastung am Schluss die Kraft gefehlt habe. Kraft, die der FC Amberg in dieser Woche wieder getankt haben sollte, und die er nötig braucht. Denn im Nord-Derby der Regionalliga treffen an diesem Wochenende mit den Oberfranken und den Ambergern zwei Teams aufeinander, die zuletzt nicht vom Erfolg verwöhnt worden sind. Die Starke-Truppe holte nach zwei Auftaktniederlagen zwei Siege gegen Memmingen und Greuther Fürth, ehe sie nun seit sechs Spieltagen auf den nächsten Dreier wartet.

Aus dem Bayreuther Lager war zu hören, dass die Heimpartie gegen Amberg schon ein entscheidendes Spiel sei. Eine Einschätzung, die durchaus geteilt werden darf, denn der Verlierer - sollte es einen geben - vom Samstag rutscht noch ein Stück tiefer in den Kampf um den Klassenerhalt. Dass dabei die Statistik der letzten 15 Jahre eindeutig für die Bayreuther spricht und der FC nur in der Spielzeit 1990/91 im Hans-Walter-Wild-Stadion mit 2:0 die Oberhand behielt, interessiert Rost aber nicht.

Es stehen zwar fünf SpVgg-Siege einem Remis und zwei Amberger Siegen - der letzte mit einem 3:2 aus der Bayernliga-Saison 12/13 - gegenüber, aber: "Uns ist die Schwere der Aufgabe bewusst. Aber in der Regionalliga gibt es keine leichten Gegner. Wir werden wieder alles in die Waagschale werfen", so Rost, der den ersten Auswärtssieg einfahren möchte.
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