IG BAU spricht bei Mitgliederehrung über Flüchtlinge
Hetzern Paroli bieten

Gruppenbild mit den Mitgliedern, die auf 25 Jahre bei der IG BAU zurückblicken.
Die Jubilare kamen aus der gesamten nördlichen Oberpfalz: Im Maltesersaal (Chilli's) ehrte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Mitglieder, die der IG Bau seit mindestens 25 und schon bis zu 65 Jahren die Treue halten. Der Oberpfälzer IG-BAU-Chef Stefan Königsberger hieß neben ihnen auch Gäste aus der Politik willkommen. Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl (SPD), Landrat Richard Reisinger (CSU), Ambergs Bürgermeisterin Brigitte Netta (SPD), DGB-Regionsgeschäftsführer Christian Dietl und der stellvertretende IG BAU-Regionalleiter Karl Bauer sprachen Grußworte. Sie betonten dabei, wie wichtig gewerkschaftliches Engagement sei.

Königsberger wies darauf hin, dass ehrenamtliche Tätigkeit und oft schon die reine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft viel Zeit, Kraft und Rückgrat erforderten. Die Gewerkschaften seien zur Wahrung und Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten zu jeder Zeit notwendig gewesen. Der Bezirksvorsitzende dankte den Jubilaren, die sich insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten für die Sache der Arbeitnehmer eingesetzt hätten und deshalb oft sogar Anfeindungen ausgesetzt gewesen seien.

Karl Bauer von der Regionalleitung Bayern ging in seiner kurzen Rede auch auf die Flüchtlingskrise ein. "Gerade wir als Gewerkschaften müssen uns mit aller Kraft gegen jene stellen, die gegen Flüchtlinge hetzen", sagte er. Die IG BAU verlange bereits seit Jahren von der Politik, mehr Geld in den sozialen Wohnungsbau, insbesondere in den Ballungsräumen, zu stecken. Dass diese Forderung einfach ignoriert worden sei, räche sich jetzt in der Krise, wo bis zu 550 000 bezahlbare Wohnungen fehlten. Auch gelte es darauf zu achten, dass Zuwanderer ausreichend Arbeitsplätze erhalten und dabei nicht als Dumping-Löhner missbraucht werden.

Auf die aktuelle Tarifrunde in der Gebäudereinigung eingehend, erklärte Bauer, dass sich die IG BAU nicht nur für Lohnerhöhungen einsetze, sondern zusätzlich einen Tarifvertrag gegen "Leistungsverdichtung" anstrebe. "Es kann nicht sein, dass die Reinigungskräfte ihre Lohnerhöhungen selbst bezahlen. Dies geschieht in der Praxis durch die Zuteilung von größeren Flächen in der gleichen Arbeitszeit", so Bauer.

Für 65 Jahre Mitgliedschaft wurden Oskar Hartmann (Freudenberg), Helmut Vollath (Friedenfels) und Johann Winkler (Amberg) geehrt. Winkler hatte von 1974 bis 1994 den damaligen Bezirksverband Amberg-Weiden geleitet.
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