IG Menschengerechte Stadt kritisiert Planungen für das Bürgerspital-Areal
Über Ausfahrt neu nachdenken

Es geht hier nicht darum, das Wort gegen eine Anliegergarage in diesem Bereich der Altstadt zu erheben. Allerdings sollten Größe und Erschließung nochmal diskutiert werden.

Die künftige Nutzung des Bürgerspitalgeländes bewegt die Stadt. Erst in der vergangenen Woche brachte der Stadtrat den Bebauungsplan auf den Weg, der die Errichtung einer Quartiersgarage mit rund 200 Stellplätzen vorsieht. Mit einer Stellungnahme bringt sich nun auch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Menschengerechte Stadt, Achim Hüttner, in die öffentliche Diskussion ein.

"Es geht hier nicht darum, das Wort gegen eine Anliegergarage in diesem Bereich der Altstadt zu erheben", schreibt Hüttner. "Allerdings sollten Größe und Erschließung nochmal diskutiert werden." Die geplante Abfahrt durch das Nadelöhr Spitalgraben, das bereits jetzt Fahrzeugbewegungen der mehr als 90 Anwohnergaragen bewältigen müsse, scheine der falsche Weg zu sein. Auch, weil der Verkehr über den Paradeplatz, die Kasernstraße und durch das Ziegeltor abfließen soll.

"Der Paradeplatz ist ein schöner und relativ ruhiger Platz. Zusätzlicher Verkehr in diesem Bereich würde eine positive Stadtentwicklung konterkarieren", unterstreicht der IG-Chef. "Plätze sollten künftig wieder mehr zum Verweilen einladen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist der neu gestaltete Rossmarkt." Deshalb plädiert Achim Hüttner dafür, sowohl Ein- als auch Ausfahrt der geplanten Garage in der Ziegelgasse zu bauen. Die Autofahrer könnten dann ohne Umwege das Ziegeltor ansteuern, um die Altstadt wieder zu verlassen. "Dies ... würde die Belastung der Innenstadt durch den Autoverkehr gegenüber der geplanten Variante deutlich verringern."

Hüttner äußert sich auch kritisch über die Nutzung der Tiefgarage unter der Wirtschaftsschule. Er wirft die Frage auf, "ob es wirklich vertretbar ist, die Steuerkasse für den Bau weiterer 30 Tiefgaragenplätze für städtische Angestellte in dramatischer Höhe zu belasten?" Seit über 15 Jahren stehe die Ziegeltor-Garage halbleer - gerade mal Hundert Meter vom Spital-Areal entfernt.
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