IG Metall ehrt langjährige Mitglieder - Horst Ott erinnert an die Vertreibung und zieht ...
540 Biografien - eine Gewerkschaft

Sie sind beinahe so etwas wie die Dinosaurier der IG Metall. 54 Frauen und Männer erfuhren die Ehrung für 50-jährige Mitgliedschaft (linkes Bild). 57 Damen und Herren sind gar 60 Jahre dabei (rechts). Natürlich kamen nicht alle der Geehrten am Sonntagnachmittag ins ACC.

540 Frauen und Männer standen am Sonntag im ACC auf der langen Liste der für 25, 40, 50, 60 und 75 Jahre Mitgliedschaft zu Ehrenden der IG Metall. 540 Biografien und Geschichten, welche die IG Metall mehr geprägt hätten als Geld oder Lobbyarbeit sagte deren Erster Bevollmächtigter Horst Ott in seiner Ansprache.

Auch wenn Ott kurzfristig für den erkrankten IGM-Ex-Bezirksleiter Werner Neugebauer als Hauptredner eingesprungen war, zeigte er sich doch gut vorbereitet auf den Anlass. Dabei beließ er es nicht beim bloßen Rückblick in die Jahre, in denen die Jubilare der Gewerkschaft beigetreten waren. Das Jahr 1953 habe beispielsweise noch unter dem Eindruck von Krieg, Flucht und Vertreibung gestanden.

"Und auch heute versuchen wieder tausende von Menschen in Länder zu kommen, in denen es ihnen besser geht", erinnert er an die Flüchtlingsdramen der vergangenen Tage und Wochen. "Ob wir aus unserer Geschichte etwas gelernt haben, das wird sich an dieser Grenze zeigen", so Ott. Der auch daran erinnerte, dass es im Deutschland des Jahres 1973 wegen einer Inflationsrate von 7,1 Prozent zu spontanen Arbeitsniederlegungen gekommen sei. "Mir fiel dabei ein, wie es wohl heute unseren griechischen Kollegen angesichts einer viel höheren Inflation in ihrem Land geht", erteilte er Stammtischen eine deutliche Absage, die so gerne auf die faulen Griechen schimpfen.
16 000 Mitglieder habe die IG-Metall-Verwaltungsstelle Amberg derzeit, allein im vergangenen Montag seien rund 200 Auszubildende als neue Mitglieder dazu gekommen, so Ott. "Das verdanken wir nicht unserem Lifestyle oder irgendwelchen Jugendevents, sondern Euch", machte der Erste Bevollmächtigte deutlich. Zuvor hatte DGB-Regionsvorsitzender Christian Dietl ein "Loblieb" auf die Unzufriedenheit gesungen. Denn die Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen führe dazu, dass sich Menschen in Gewerkschaften zusammenschließen. "Und dass sie dafür sorgen, dass diese Bedingungen besser werden."
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