IG Metall wertet in Delegiertenkonferenz Beschäftigungsbefragung aus - 4500 Teilnehmer vor Ort
Arbeitsbedingungen verändern

Amberg in der Oberpfalz
08.10.2013
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Die Ergebnisse der Beschäftigungsbefragung der IG Metall, bei der über eine halbe Million Arbeitnehmer ihre Forderungen an die Politik richteten, bilden die Grundlage der Gewerkschaft für die weitere betriebliche und gewerkschaftliche Tätigkeit, sagte der 2. IGM-Bevollmächtigte Udo Fechtner bei der Delegiertenkonferenz im ACC. Dazu gehöre eine Veränderung der Arbeitsbedingungen, genauso wie ein gesellschaftlicher Politikwechsel.

Für ein ausgeschiedenes Mitglied des Ortsvorstandes wählten die Delegierten die Betriebsrätin und Leiterin des Vertrauenskörpers der Firma Siemens in Amberg, Stefanie Lengfelder, nach. Informationen zum bevorstehenden außerordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall, bei der der Vorstand verjüngt werden soll, waren Teil der Delegiertenversammlung.

Auf eine positive Mitgliederentwicklung könne die Verwaltungsstelle zurückblicken, schilderte der 1. Bevollmächtigte Horst Ott. Allein in den vergangenen Wochen wurden über 250 Eintritte verzeichnet. Dasselbe gelte für den erfolgreichen Jugendwerbemonat, ergänzte Jugendsekretär Matthias Scherr. Dies zeige, dass die IG Metall durchaus für Jugendliche attraktiv sei, wenn man sich um ihre Probleme kümmere und ihnen die Möglichkeit biete, mitzuentscheiden. Leider seien entgegen dem positiven bayerischen Trend im Vergleich zu 2012 rund zehn Prozent weniger Auszubildende im Metall- und Elektrobereich innerhalb der Verwaltungsstelle Amberg eingestellt worden.

Für Kurswechsel

Der Film "Arbeit - Sicher und Fair" schilderte die Befragung der IG Metall zu den Vorstellungen und Forderungen der Beschäftigten an die Politik. Daran beteiligten sich bundesweit über eine halbe Million Arbeitnehmer und in der Verwaltungsstelle Amberg annähernd 4500, gab Udo Fechtner bekannt. Dabei habe sich die überwiegende Mehrheit der Beteiligten für einen politischen Kurswechsel ausgesprochen, mit einer Stärkung der sozialen Bildungschancen, der Regulierung der Finanzmärkte, für ökologisches Wachstum, die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern, für mehr Verteilungsgerechtigkeit und für solidarische Krisenbewältigung in Europa.

Nicht gewerkschaftliche Kampagnen seien entscheidend für den Ausgang von Wahlen, sondern die Arbeit während des Jahres, lautete das Resümee des DGB-Geschäftsführers der Region Oberpfalz, Christian Dietl, der die Gewinne und Verluste der einzelnen Parteien bei den Landtags- und Bundestagswahlen analysierte. Sicher stünden einzelne Parteien näher an gewerkschaftlichen Positionen als andere, aber eine Arbeiter- oder Gewerkschaftspartei, die die Ziele des DGB und der Einzelgewerkschaften zu 100 Prozent erfülle, gebe es nicht. Es komme nach dem Ausgang der Wahlen vielmehr darauf an, sich in allen demokratischen Parteien verstärkt für gewerkschaftliche Forderungen einzusetzen, wie einen gesetzlichen Mindestlohn, gute Arbeit, Rücknahme der Rente mit 67, für einen neuen Arbeitsmarkt mit einem Abbau des Niedriglohnsektors.

Der IG Metall sei es egal, in welcher Partei sich jemand für gewerkschaftliche Ziele engagiere, betonte Horst Ott. Ausnahme seien aber rechtsradikale Parteien, da deren Ziele unvereinbar mit gewerkschaftlichen Grundsätzen seien, wie solidarisches Verhalten mit allen Beschäftigten, unabhängig von der Nationalität. Aus diesem Grund habe man Hochachtung vor der Jugend der IG Metall, die sich zusammen mit anderen Demokraten der NPD bei deren Auftritten in Amberg entgegengestellt hatte.

Kritik an der Stadt

Kritik übte der Jugendsekretär Matthias Scherr an der Stadt, die der Verpflichtung als Mitglied der Metropolregion Nürnberg, sich rechtsradikalen Aktivitäten wirksam entgegenzustellen, nicht nachgekommen sei. Dazu gehöre rechtzeitige Information über das Auftreten solcher Organisationen.
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