Im Guinness-Buch der Rekorde

Blasmusik und Spanferkel, die Atmosphäre beim Regionalligisten TSV Buchbach ist familiär. 3000 Einwohner zählt die Kleinstadt in Oberbayern - und der Fußballverein legt in den 1990er Jahren eine beispiellose Serie hin.

So langsam neigt sich die Hinrunde in der Fußball-Regionalliga Bayern dem Ende zu. Bis dahin stehen aber noch einige interessante Partien auf dem Programm, auch am 13. Spieltag an diesem Wochenende. Zum Beispiel das Duell der Bundesliga-Reserven des FC Bayern München und des FC Ingolstadt. Die kleinen Bayern wollen dem Tabellenführer SSV Jahn Regensburg auf den Fersen bleiben. Der steht aber vor einer machbaren Aufgabe beim Auswärtsspiel gegen den SV Schalding-Heining.

Auch der andere Verfolger, Wacker Burghausen, sollte vor heimischer Kulisse keine Probleme gegen die kriselnden Schweinfurter haben. Klar scheinen die Vorzeichen auch beim fränkischen Derby am Sonntag: Der Favorit im Duell zwischen der SpVgg Greuther Fürth II und dem 1. FC Nürnberg II ist der Club.

Mia san Kult

Die Partie zwischen dem TSV Buchbach und dem FC Amberg am Freitag, 2. Oktober, steht hingegen nicht so recht im Fokus an diesem Spieltag. Dabei lohnt sich ein genauerer Blick auf die Oberbayern aus dem Landkreis Mühldorf am Inn. Trotz der nur knapp 3000 Einwohner hält man sich dort seit 2012 erfolgreich in der Regionalliga Bayern. Das Motto beim TSV: "Mia san Kult" - und das ist nicht nur einfach ein Spruch. Die FC-Fans, die ihrem Team nach Buchbach folgen, dürfen sich auf weit mehr als nur ein Fußballspiel freuen. Es ist fast schon ein Familienfest mit gegrilltem Spanferkel und buntem Rahmenprogramm für alle Besucher. Überhaupt: Der TSV Buchbach scheint eine große Familie zu sein, man kennt sich und steht hinter seinem Team. Das zeigte sich auch am vierten Spieltag, als ein Sonderzug mit 600 Fans und einer Abordnung der Buchbacher Blasmusik den TSV zum Auswärtsspiel in die Continental-Arena nach Regensburg begleitete. Nur ein Beispiel für das, was Buchbach ausmacht.

75 Spiele ohne Niederlage

"Seit 1995 sind wir beständig gewachsen, alle fünf Betreuer und Funktionäre von damals gehören auch heute noch zum ehrenamtlichen Helferteam von rund 80 Personen. Wir hatten Zeit zum Wachsen, sowohl sportlich als auch im Umfeld", beschreibt Abteilungsleiter Günther Grübl seinen Verein. Dieser Kult hat seinen Ursprung auch in einem Rekord: Denn von August 1995 bis November 1997 blieb der TSV Buchbach 75 Spiele ohne Niederlage - dafür gab es einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Der Trainer von damals ist der gleiche wie jetzt: Anton Bobenstetter. Von 1995 bis 1999, 2004 bis 2007 und seit 2010 wieder ist er Trainer des TSV - diese Saison ist seine 13. als Trainer der Oberbayern. "Er ist eine Legende, der Macher von dem Ganzen. Wir sind miteinander aufgewachsen und ich könnte mir keinen besseren Trainer vorstellen. Nur er kann unsere Philosophie auch wirklich leben", gibt Grübl mit einem gewissen Stolz zu. Der Spruch "Mia san Kult" ist also mehr als ein reiner Werbeslogan. Dazu tragen Sonderzüge ebenso bei wie ein Trainer, der mit seinem Verein verwachsen scheint. So sieht es auch Grübl: "Nicht nur 1860 München oder der 1. FC Nürnberg sind Kultvereine - wir auch!"

Unabhängig vom Spielausgang: Die Partie in Buchbach wird auch für den FC Amberg etwas Außergewöhnliches - und für die mitreisenden Fans sowieso.
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