Im Internet formiert sich bereits der Kunden-Widerstand
Sparkasse verlässt die Eglseer Straße

Bald öffnet sich die Tür der Filiale an der Eglseer Straße nicht mehr. Die Sparkasse gibt den Standort Anfang 2015 auf. Bild: Hartl

Kaum ist es raus, dass die Sparkasse Anfang 2015 ihren Standort in der Eglseer Straße dicht macht, formiert sich bereits der Widerstand gegen die Schließung. So wird im Internet zu einer Unterschriftenaktion aufgerufen.

In der Facebook-Gruppe "Du bist ein echter Amberger, wenn ..." heißt es unter anderem: "In unserem Viertel gibt es viele ältere Leute, die weder E-Banking machen können noch ein Auto besitzen, um in die Welserstraße fahren zu können. Wenn sie dann nicht gut zu Fuß sind, um in der Stadt ihre Bank-Angelegenheiten erledigen zu können, haben sie ein Problem."

Hier geht's zur Facebook-Gruppe "Du bist ein echter Amberger, wenn..." (Einsicht erst nach Beitritt)

Kommentar einer anderen Frau dazu: "Das ist doch denen egal, wollen doch nur junge Leute, die Alten können schauen, wo sie bleiben." Am Eisberg wohnen bekanntlich viele Senioren, die der Sparkasse seit Jahrzehnten die Treue halten und jetzt enttäuscht darüber sind, dass ihnen die Filiale genommen wird.

Einer derjenigen, der von der Bank Post mit dem Hinweis auf das Aus der Geschäftsstelle bekommen hat, ist der Rechtsanwalt und stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Daniel Holzapfel. Er fragt sich, ob die Sparkasse "immer mehr Kunden verprellen will". Es sei noch nicht lange her, da habe sie plötzlich für Münzrollen eine Gebühr zulasten vieler Geschäftstreibender erhoben. "Dann wurden die Kontoführungsgebühren erhöht und alles auf Online-Banking verwiesen, was bereits viele ältere Bürger vor Probleme stellte. Des Weiteren werden immer mehr Geschäftstellen auf Selbstbedienung umgestellt", klagt Holzapfel.

In der Eglseer Straße blieben nun nicht mal mehr ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker übrig. Für eine Bank, "die sich gern bürgernah geben will, ist das kein annehmbares Verhalten", kritisiert der Anwalt. Er stelle sich auch die Frage, "ob sich die Sparkasse mit ihrer Entscheidung, das Gebäude in der Eglseer Straße zu verkaufen und sich dort einzumieten, nicht verspekuliert hat".
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