Im Namen des Volkes
Angemerkt

Waidmannsheil! Die Sache mit dem Jäger, der seine Hunde wie ein Barbar quälte, ist vom Tisch. Elegant gelöst durch die Rücknahme von Berufungen. Der Mann muss 3600 Euro zahlen, damit ist die Angelegenheit erledigt. Kurzer Prozess, kein Aufwand, alles in trockenen Tüchern.

Man fragt sich als Beobachter: Wozu braucht man den Tierschutzverein, wenn Schindereien der übelsten Art letztlich mit Geld zu regeln sind? Schuld daran ist vorrangig der Gesetzgeber, der Kreaturen wie Hunde und Katzen noch immer als Sache einordnet und sich darüber den Kopf zerbricht, wie und in welcher Weise Wirbeltiere Schmerzen empfinden. Wir wissen das von Ponys, jetzt hat sich dies auch bei den Jagdhunden gezeigt, die von ihrem Herrn und Halter geschunden, gewürgt und auf unsägliche Weise malträtiert wurden. Sie werden nicht aus purer Lust am Leben geröchelt, gewinselt und gejault haben.

Hätte man nicht, so lautet die Frage, diesem Hundehalter Schmerzen in der Form zufügen müssen, dass man ihn für einige Zeit hinter Schloss und Riegel bringt? Die Amberger Staatsanwaltschaft hatte mit ihrem Antrag auf acht Monate Freiheitsentzug in erster Instanz Rückgrat gezeigt. Jetzt knickte sie ein und nahm ihre Berufung zurück.

Man könne nicht immer, so war nach dem Prozess vom Anklagevertreter zu erfahren, Rücksicht auf das Rechtsempfinden der Bevölkerung nehmen, habe nach dem Gesetz vorzugehen. Eines müssen sich Juristen gelegentlich sagen lassen: Wenn die Leute draußen auf der Straße einhellig meinen, dass exzessive Gewaltorgien gegen wehrlose Tiere einer harten Bestrafung bedürfen, dann sollten sie dieser Ansicht entsprechen. Im Namen des Volkes, wie es am Beginn jedes Urteils heißt. Die Möglichkeiten dazu wären vorhanden gewesen. Denn wie sonst hätten in erster Instanz acht Monate zum Absitzen beantragt werden können?

redaz@zeitung.org

Im Blickpunkt Stadtrat: Investoren auf den Zahn fühlen

Amberg. (upl) Das spannendste Thema wird aller Voraussicht nach im nichtöffentlichen Teil behandelt: Der Stadtrat befasst sich heute mit den Plänen, die potenzielle Investoren für das Bürgerspitalgelände hegen. Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung, die um 17 Uhr im Rathaus beginnt, stehen nur Formalien. Sind diese abgehandelt, wird die Beratung hinter verschlossenen Türen fortgesetzt.
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