Immer die gleiche Story

Die Verbraucherzentrale wundert sich in ihrer Jahresbilanz über zwei Dinge gleichermaßen: Dass viele Drücker-Geschichten immer noch funktionieren und Energiesparen noch nicht überall angekommen ist.

(zm) Für Marion Gaksch, so erzählt sie, vergeht kein Tag im Büro ohne einen Anruf, dass irgendein Telefon-Drücker ein argloses Opfer über den Tisch gezogen hat. Die Spielarten seien vielfältig, oft handle es sich um astreine Betrügereien. Aber am Ende stünde immer die traurige Wahrheit, dass Leuten manchmal viel Geld aus der Tasche gezogen wird für Dienstleistungen oder Waren, die sie nie im versprochen Umfang erhalten.

Bestimmte Branchen seien offenbar besonders anfällig für unlautere Touren, bilanziert unter anderem Gaksch die Beratungstätigkeit der Geschäftsstelle in der Herrnstraße 16 für das vergangene Jahr. Telekommunikationsanbieter, heißt es in einer Pressemitteilung, hätten sich "auch 2014 als Dauerbrenner erwiesen". Irgendwie untergejubelte Mehrfachverträge seien so ein Thema oder ausbleibende Leistungen beim Anbieterwechsel bis hin zum Totalausfall von Anschlüssen. "Ein Ende des Ärgers rund um Mobilfunk, Festnetz und Internet ist nach unserer Wahrnehmung nicht in Sicht", schreibt Gaksch.

Die Statistik weist für das Amberger Büro knapp 2300 Beratungen und Auskünfte für 2014 aus. 254 oder 20,2 Prozent davon konnten dem Bereich Telekommunikation, Medien zugeordnet werden. Unter der Rubrik Markt und Recht werden 367 Fälle (29,1) als Spitzereiter der Liste geführt, gefolgt von Finanzen, Versicherung, Altersvorsorge (332, 26,4). Auf Rang vier führt die Statistik die Themen Energie und Umwelt (196, 15,6), auf dem als Berater Georg Heinrich tätig ist.

Er steht nicht nur zu vereinbarten Gesprächsterminen zur Verfügung, sondern deckt auch im Umkreis von rund 50 Kilometern Beratungsbedarf vor Ort ab. Sprich, Heinrich kommt zu Ratsuchenden ins Haus. Egal, ob Mieter oder Eigentümer.

Der Energieberater spricht davon, dass dieses Angebot des Verbraucherschutzes "recht gut frequentiert" ist und besonders auch sozial schwächer gestellten Mietern abseits kommerzieller Interessen Möglichkeiten eröffnen kann, alltägliche Verbrauchskosten zum Teil deutlich zu senken. Insgesamt sieht Heinrich bei Gebäuden "noch deutliches Potenzial", wobei er für manche Probleme oft bauphysikaische Ursachen in Verbindung mit dem Verhalten von Bewohnern ausmacht.

Die Verbraucherzentrale bietet diesen Service unter anderem zu einem sehr günstigen, weil bezuschussten Tarif an. Für Mieter kostet ein Besuch von Heinrich (Terminvereinbarung 09621/1 41 30) bei einer veranschlagten Dauer von einer dreiviertel Stunde 7,50 Euro.
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