"Immer ehrlich zueinander"

Dem Ehepaar Heinrich und Betti Schmid gratulierte auch Ambergs Bürgermeisterin Brigitte Netta (rechts) zur diamantenen Hochzeit. Bild: Hartl

Als Bürgermeisterin Brigitte Netta dem so langeverheirateten Paar imNamen der Stadt ein Geschenkpaket mit seltenen Porzellanschüsselnüberreichte, da gab sie den Schmids Folgendes mit auf den weiteren Weg: "Pflegen Sie es gut, wie Ihre Ehe."

Amberg.(wpt) Am Sonntag feierten Betti und Heinrich Schmid ihren 60. Hochzeitstag. "Das wird es in Zukunft nicht mehr so oft geben", vermutete der Ehemann, "die Leute heiraten immer später und werden meistens wieder geschieden."

Betti und Heinrich Schmid lernten sich beim Tanzen kennen. Sie war damals erst 15 Jahre alt. "Früher waren wir immer tanzen, man hat sich da immer wieder getroffen. Heute müssen junge Leute Tanzkurse besuchen. Wir konnten das alles, das hat uns Spaß gemacht," erzählte Heinrich Schmid. Er war zudem begeisterter Musiker, lernte zunächst Klarinette und später Schlagzeug. Betti Schmids Vater machte ebenfalls Musik und spielte in den Tanzlokalen, in die das junge Paar ging.

Heinrich wohnte damals am Wagrain, Betti in der Moritzstraße. Zu Fuß gehen war zu dieser Zeit die einzige Möglichkeit, um nachts nach Hause zu kommen. Also brachte Heinrich seine Betti von der Stadt aus zuerst zu ihr in die Moritzstraße, von dort aus marschierte er dann nach Ammersricht.

Nachdem die beiden geheiratet hatten, war es Bettis Vater, der Heinrich ermutigte, weiter Musik zu machen und ein neues Instrument zu lernen. "Mein Vater konnte sich keinen besseren Schwiegersohn vorstellen als einen, der Musik macht", erinnerte sich Betti. "Die Kapelle ihres Vaters brauchte damals einen Schlagzeuger, die Noten konnte ich ja lesen, also lernte ich es", fügte Heinrich hinzu. Er war Maschinenschlosser von Beruf, seine Frau bei Spielwaren Moedel beschäftigt.

Da Betti evangelisch ist und Heinrich katholisch, gab es keine kirchliche Trauung. "Auch ohne hat unsere Ehe bereits 60 Jahre gehalten", freute sich Betti. In das Haus, in dem sie bis heute leben, sind sie bereits 1966 gezogen. "Das war ganz viel Eigenleistung. Damals wohnte hier noch niemand, und wir hatten sogar Probleme, Wasser und Strom für die Baumaßnahmen zu bekommen", blickte Heinrich Schmid zurück und ergänzte: "An diesem Haus haben wir beide sehr viel selbst gemacht."

Das Paar hat eine längst erwachsene Tochter und zwei Enkelkinder, die mit ihnen feierten. Auch an höherer Stelle blieb das diamantene Ehejubiläum nicht unbemerkt: Die Schmids bekamen ein Schreiben von Ministerpräsident Horst Seehofer.

Die Frage, wie die beiden es so lange miteinander ausgehalten haben, beantwortete Heinrich Schmid so: "Wir sind immer ehrlich zu einander, und Streitigkeiten gibt es überall, das darf man nie vergessen. Durch das Haus sind wir noch enger zusammengeschweißt worden."
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