In 34 Kommunen aktiv

Das Stadtbau-Domizil, die Alte Veste (weißes Gebäude in der Mitte) am Eichenforstplatz, erstrahlt in der Nacht. Geschäftsführer Maximilian Hahn findet, dass die städtische Tochtergesellschaft in den vergangenen fünf Jahrzehnten Beachtliches geleistet habe. Sie habe sich nicht nur zu einem überregional leistungsstarken Wohnungsunternehmen entwickelt, sondern sei auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Bilder: hfz (5)

Sie wurde 50 und kaum einer hat's bemerkt. Heimlich, still und leise hat die Stadtbau gefeiert - erwachsen ist die städtische Tochtergesellschaft sowieso schon längst.

Am 13. August 1965 wurde die Stadtbau offiziell gegründet. Der unter Vorsitz des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Steininger tagende Stadtrat hatte mehrheitlich, aber nicht ganz unumstritten, am 26. April 1965 beschlossen, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft ins Leben zu rufen. Damit wurden Wohnungsbau und Sanierung in der Stadt auf eigene Füße gestellt, der Gesellschaft die Modernisierung des städtischen Hausbesitzes übertragen.

Innenstadt saniert

1966 stand die erste große Baumaßnahme an: das "Amberger Modell" in der Wohnanlage Lindenallee I. Bereits ein Jahr später folgte die Fortsetzung auf der Raigeringer Höhe mit dem fast schon legendären "Schrägen Otto", einer Wohnanlage in Terrassenform im Osten der Stadt. Eine bedeutende Aufgabe der Stadtbau war die Sanierung der Innenstadt. 1975 wurde das 1,95 Hektar umfassende Sanierungsgebiet "A" in der Altstadt in Angriff genommen.

Parallel dazu entstand am "Am Rebenhang" eine Eigentumswohnanlage mit 42 Wohnungen. Auf der Katharinenhöhe beteiligte sich das Unternehmen am bundesweiten Forschungsprogramm "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau". Die Stadt unterstützte dieses kosten- und flächensparende Bauen durch die Ausgabe günstiger Erbbaurechtsgrundstücke. So konnten schließlich 129 Wohneinheiten in unterschiedlichsten Formen errichtet werden. 1985 zog die städtische Tochter von der Erzherzog-Karl-Straße in die Alte Veste am Eichenforstplatz.

Bayernweit tätig

Mit Eintritt des Landkreises als neuem Gesellschafter für die scheidende Sparkasse im Jahr 1982 begann sich die Stadtbau regional und überregional zu öffnen. Das Unternehmen ist als Sanierungsträger bayernweit derzeit in 34 Kommunen tätig. Die Gesellschaft verwaltet ein Treuhandvermögen von mehr als 23 Millionen Euro. Im Sanierungsbereich übertragen ihr die Kommunen insbesondere städtebauliche Ordnungsmaßnahmen. In eigener Bauherrenschaft saniert die städtische Tochter derzeit den Stadtmauerturm am Henkerbergl und baut ihn zur Ferienwohnung um. Zu den prestigeträchtigen Betreuungen zählen das kurfürstliche Schloss und die Malteser-Vierflügelanlage in Amberg, Schloss Wernberg sowie Kloster Speinshart.

Knapp 550 Baugrundstücke

In den letzten 20 Jahren erschloss die Stadtbau neue Baugebiete: Drillingsfeld, Möhlkaserne, Mosacherweg, nördlich der Krumbacher Straße, Postweiher, Martinshöhe, Sonnleite, Von-der-Sitt-Straße und Sonnenhang in Haselmühl - knapp 550 Baugrundstücke. Als Entwicklungsträger kümmerte sie sich um die Umnutzung der militärischen Liegenschaft Möhlkaserne (142 000 Quadratmeter), wo in eigener Bauträgerschaft 32 Energiespar- und 20 Ökoplushäuser sowie 27 Mietwohnungen mit Modellcharakter geschaffen wurden. Insgesamt fanden mehr als 1000 Bürger dort ein neues Zuhause.

Nach Aufnahme des Bergsteigs in das Programm "Soziale Stadt" erwarb die Stadtbau dort vom Bund 440 Wohnungen und übernahm Projektsteuerung und -management. Eigentumsobjekte werden derzeit an der Pfistermeisterstraße, in der Altstadt, an der Boslarnstraße, im Baugebiet Kennedystraße Süd, an der Malteserleite und am neuen Bergsteig geplant und vorbereitet. Sämtliche Geschosswohnungen werden barrierefrei mit Aufzug errichtet, verfügen über Balkone oder Dachterrassen sowie Stellplätze oder Garagen.
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