In nahezu allen Vereinen und Verbänden wechseln sich Höhen und Tiefen ab.
Deponie längst Müll von gestern

Oft kehren nach arbeitsintensiven Jahren auch ruhigere Zeiten ein. Da ist es wichtig, dass es Personen gibt, die beharrlich an der Spitze stehen. Manfred Lehner und Horst Kraus machen das bereits seit genau 25 Jahren.

(hae) So ist es auch bei der Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht (AWA), bei der seit der Gründung im Jahr 1990 ununterbrochen Manfred Lehner als Vorsitzender und Horst Kraus als Stellvertreter an der Spitze stehen. Das alles ist Grund, das Jubiläum zu feiern. Dazu lädt die AWA für Dienstag, 1. Dezember, ab 19 Uhr ins Pfarrzentrum St. Konrad nach Ammersricht ein. Mit einer Powerpoint-Präsentation und Zeitzeugen-Gesprächen wird auf die vergangenen 25 Jahre zurückgeschaut. Die Verbundenheit mit dem Ortsteil wird darüber hinaus mit dem Vortrag von Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger ("Von der Stadtkammerwaldung zur Siedlung - Aus der Geschichte des heutigen Stadtteils Ammersricht-Wagrain") gezeigt. Hintergrund für die Gründung der AWA war die dem Stadtteil Wagrain-Ammersricht drohende Errichtung einer Mülldeponie im Wagrainer Wald.

Die Argumente der Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht haben hier maßgeblich dazu beigetragen, dass die Faktoren Naherholung und Ökologie schließlich den Ausschlag gaben und der Standort für ungeeignet erklärt wurde.

Auch Anlage vom Tisch

Die Sorgen und Ängste der Ammersrichter und Wagrainer um ihr Naherholungsgebiet sorgten auch für einen starken Zulauf bei der AWA, denn die geplante Bodensanierungsanlage brachte neue Aufregung. Verständlich, dass die Meinungen der AWA und die Vorstellungen der Verantwortlichen bei der Stadt nicht immer konform gingen und heftig darum gestritten wurde. Doch schließlich war auch die Bodensanierungsanlage dank des Einsatzes der Aktionsgemeinschaft vom Tisch. Nach dem aufreibenden Kampf gegen diese Projekte kam es bei der AWA am Ende der 90-Jahre zum Umdenken und einer anderen Schwerpunktsetzung. "Wir wollten zeigen, dass die AWA nicht bloß gegen Projekte ist, sondern auch in der Lage ist, positive Akzente zur Entwicklung des Stadtteils zu setzen", machte Lehner immer wieder klar. Der Agenda-21-Prozess, der etwa ab 2000 von der Stadt eingeleitet worden war, sollte mit Leben erfüllt werden. Und so brachten 2001 über 150 Bürger mehr als 500 Anregungen in eine Ideen-Börse ein.

Diese Anregungen mündeten in einen Stadtteilrahmenplan für Wagrain-Ammersricht, ein bisher einmaliger Vorgang im Stadtgebiet, der von der Bayerischen Staatsregierung sogar mit einem Preis gekrönt wurde. In den Folgejahren beklagte die Aktionsgemeinschaft immer wieder den Stillstand des Prozesses bei der Stadt. Die vielen guten Ideen drohten im Sande zu verlaufen. Ab 2010 wurde das Augenmerk auch auf die Vernetzung von Bürgerinitiativen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt gelegt. Die AWA trat dem neu gründeten "Aktionsbündnis Nachhaltiges Amberg" bei, in dem weitere fünf Initiativen mit annähernd 1000 Mitgliedern vertreten sind.

Impulsgeber sein

Das Bündnis will Impulsgeber sein bei Klimaschutz- und Energiefragen, damit eingeschlossen sind auch der Hochwasserschutz und das Vorhaben, die demografische Entwicklung im Auge behalten. Dabei setzt die Aktionsgemeinschaft laut Manfred Lehner auf die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik. Mit einbezogen werden sollen auch die Hochschule Weiden-Amberg und das Zentrum für Erneuerbare Energien Ensdorf.
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