Influenza und Noroviren bescheren St. Marien viele Patienten - Licht am Horizont
Volles Haus im Klinikum

Das Klinikum St. Marien ist - wie viele andere bayerischen Krankenhäuser - derzeit voll belegt. Allein am Rosenmontag wurden in der Notaufnahme 24 Patienten stationär aufgenommen. Bild: Steinbacher
Grippe- und Noroviren sorgen derzeit dafür, dass die bayerischen Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen. Vergangene Woche hatten sich ein paar Kliniken bei ihren zuständigen Leitstellen abgemeldet - sie konnten keine Patienten mehr aufnehmen.

Am Montagnachmittag waren 542 Betten in St. Marien belegt - bei 560 Planbetten. Doch vergangene Woche war es schlimmer, berichtet Hubert Graf, stellvertretender Klinikums-Vorstand. "Letzten Mittwoch hatten wir 600 Patienten." Besonders betroffen sei die Innere Abteilung, "die ist zum Teil überbelegt". Patienten würden auf andere Stationen gebracht, die weniger voll sind. Graf macht für den momentanen Engpass hauptsächlich die Grippe- und Noroviren verantwortlich. Er spricht sogar von einer Influenza-Welle. "Wir haben momentan elf Patienten auf der Isolierstation." Wie heftig es in diesem Jahr ist, merkte nach Angaben des kaufmännischen Direktors auch die Kinderklinik. Deren Chefarzt habe ihm berichtet, dass vor allem in den vergangenen 14 Tagen viele Kinder mit Influenza aufgenommen wurden, "zum Teil waren das schwere Verläufe mit Komplikationen".

Auch das Personal ist nicht davor gefeit, krank zu werden. Hinzu kommt, dass Fasching war - und damit auch Urlaubszeit. "Das ist natürlich eine Ausnahmesituation", erklärt Graf und erzählt von Mitarbeitern, die ihren Urlaub unterbrochen haben. "Da ist schon eine große Bereitschaft da", lobt er das Personal. "Die Ärzte und Pflegekräfte geben ihr Bestes, aber die Belastung ist für sie schon sehr hoch", sagt Graf. "Für uns ist es auch eine untragbare Situation, wenn Patienten in Betten auf dem Flur liegen und dort versorgt werden müssen, aber manchmal hat man eben keine andere Möglichkeit." Allein am Rosenmontag nahm die Zentrale Notaufnahme 24 Patienten stationär ins Klinikum auf. "Auch da lag der Schwerpunkt der Erkrankungen im Bereich der Inneren Medizin."

Als Limit des Machbaren nennt Graf die Zahl von 600 Patienten. "Es geht ja auch darum, alle adäquat ärztlich und pflegerisch zu versorgen." Ein Licht am Horizont sieht er dennoch. Laut Mitteilung des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist die Influenza-Welle am Abflauen. "Den Scheitelpunkt sollten wir erreicht haben." Eines macht Graf aber deutlich: "Wir sind nach wie vor weiterhin aufnahmebereit, aber die Belegungs-Situation ist schon sehr angespannt."
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.