Interkommunales Gewerbegebiet soll mit neuer Planung umgesetzt werden
Die Anfragen dazu gibt es schon

Und es gibt sie doch, die großen Unternehmen, die sich für eine Ansiedelung in Amberg interessieren. "Wir hatten allein in den vergangenen sechs Monaten fünf Anfragen für Flächen in einer Größenordnung von über 50 000 Quadratmeter", plauderte am Mittwochabend Karlheinz Brandelik, der Geschäftsführer der städtischen Gewerbebau, aus dem Nähkästchen.

Kooperation mit Landkreis

Anlass war eine Podiumsdiskussion der CSU zum Thema "Wirtschaftsstandort Amberg" im Pfarrsaal St. Michael. Unter der Moderation von Thomas Bärthlein unterhielten sich Brandelik, OB Michael Cerny, Landtagsabgeordneter Harald Schwartz, IHK-Vorsitzender Dr. Rolf Pfeiffer, Franz Elsner (Leiter der Arbeitsagentur) und Michael Bader (Vorsitzender der CSU-Mittelstandsunion) darüber, wie der Wirtschaftsstandort trotz der positiven Gesamtbilanz noch besser gemacht werden kann.

Dabei kam die Rede eben auch darauf, ob es überhaupt sinnvoll ist, große Gewerbeflächen vorzuhalten. Das ist es durchaus, so wollte Karlheinz Brandelik mit seiner Aussage deutlich machen. "Allerdings können wir so etwas im Stadtgebiet nicht bieten." Die Konsequenz: "Wir müssen mit dem Landkreis kooperieren, da es nicht sinnvoll ist, auf Amberg allein als Standort zu setzen." Meist kämen solche "großen" Anfragen übrigens direkt aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium. "Dann müssen wir aber auch auf Anhieb sagen können: Ja das können wir oder nein, das können wir nicht."

Im Augenblick kann die Stadt Amberg nicht. Entsprechend groß war am Mittwochabend der Wunsch, das interkommunale Gewerbegebiet mit Ursensollen gemeinsam möglichst bald auf die Reihe zu kriegen. Wobei das Areal, das OB Michael Cerny heute im Blick hat, nicht mehr mit dem übereinstimmt, um das es in der Vergangenheit teilweise heftige Auseinandersetzungen inklusive (versuchte) Bürgerbegehren gegeben hat. "Das ist damals eigentlich niemals richtig in die Pötte gekommen", blickte Cerny kurz zurück.

Noch mal neu planen

Das neue Gewerbegebiet, so erläuterte er, soll deutlich näher an die Autobahn A 6 rücken, dabei aber wesentlich weniger Natur zerstören - was ja einer der großen Streitpunkte der Vergangenheit gewesen ist. "So wie es bisher geplant war, ist es überhaupt nicht zu machen", so Cerny. Der Wille zu einer Zusammenarbeit mit Ursensollen sei vorhanden, diese gestalte sich aber nicht immer so einfach. "Wir müssen uns zum Beispiel ganz offen übers Geld unterhalten." So wirke sich zusätzliche Gewerbesteuer nicht immer positiv auf den Haushalt einer Gemeinde aus.

Drei bis fünf Jahre, so der OB ganz realistisch, wird es wohl mit Sicherheit dauern, bis sich ein Unternehmen hier ansiedeln kann.
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