Interview mit Sportvorstand Stefan Badura von der DJK Ammerthal über zwei Trainerwechsel und ...
"Er wird sich schon was einfallen lassen"

Das Hinspiel am 23. August 2014 in Ammerthal hat Stefan Badura in San Francisco per Live-Ticker übers Handy mitverfolgt - und bei der 1:5-Schlappe schon ein bisschen Bauchweh bekommen. Am Samstag ist der Sportvorstand der DJK im Stadion am Schanzl mit dabei. Er sieht den FC Amberg als Favoriten, seine Mannschaft um den Klassenerhalt kämpfen - mit dem Ziel: "Wir wollen, dass die DJK auf längere Sicht in der Bayernliga Fußball spielt."

Ein Interview mit Stefan Badura, dessen Mannschaft in dieser Saison zwei Trainerwechsel erlebte und die Rückkehr von Robert Ziegler, den erfolgreichsten Coach der Ammerthaler Fußballgeschichte.

War die Entlassung von Andreas Speer ein Fehler?

Stefan Badura: Eine sehr schwierige Frage. Im Nachhinein würde ich sagen: Sie war richtig. Wir haben keine Weiterentwicklung gesehen in der Mannschaft, und wir haben gewisse Problemfelder gesehen, die wir dem Andi Speer nicht zugetraut haben, zu lösen. Es war kein Fehler.

War die Verpflichtung von Markus Mühling ein Fehler?

Badura: Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir sind davon ausgegangen, dass er in der Lage ist, mit einem veränderten Kader die Mannschaft in der Bayernliga zu halten. In den letzten Wochen sind dann Zweifel aufgekommen, dann haben wir den Schritt getan. Unsere Erwartungen sind nicht erfüllt worden.

Die Wechsel in der Winterpause waren enorm: Acht Neue, elf Spieler gingen. Da hat der Verein viel Geld in die Hand genommen?

Badura: Der Kader ist von den Kosten her auf dem gleichen Niveau wie vor der Winterpause. Es ist schon erkennbar, wenn man den Spielerkader anschaut, dass er geschrumpft ist. Das Budget ist anders verteilt.

Timo Rost hat beim FC Amberg auch einige Zeit gebraucht, um die Mannschaft zu formen und stand nach der 0:2-Niederlage gegen Weiden auf der Kippe. Mühling musste nach zwei Spielen nach der Winterpause gehen ...

Badura: Wir sind der Meinung, dass wir die Veränderung jetzt machen mussten, weil wir jetzt auch noch Zeit haben, die Mannschaft dahin zu bringen, dass sie die Relegation schafft - wenn eine Relegation kommen sollte. Wir sind da Realisten. Es waren sieben Wochen Vorbereitung und zwei Wochen, in denen Spiele waren. Ich denke schon, dass das ein Zeitraum ist, eine Mannschaft kennenzulernen und zu formen.

Hat sich bei der DJK Ammerthal die Philosophie geändert? Es hieß ja, auf Spieler aus der Region zu setzen, und jetzt kommen sie aus Bayreuth, Eltersdorf und Hof ...

Badura: Da muss ich ein bisschen widersprechen. Wir haben nach wie vor einen starken regionalen Charakter in der Mannschaft. Wir haben das leider verändern müssen, weil die Spieler aus der Region, die wir hatten, die Erwartungen nicht erfüllt haben. Uns allen wäre es das Allerliebste gewesen, wenn wir mit dieser Mannschaft einen Mittelfeldplatz erreicht hätten. Dann wären wir alle glücklich gewesen.

Bleiben denn die neuen Spieler?

Badura: Mit wenigen Ausnahmen haben alle Spieler einen Vertrag für die nächste Saison.

Also auch Michael Jonczy, Manuel Hiemer oder Lukas Papadopoulos? Gilt das auch für die Landesliga?

Badura: Ja.

Gibt es schon einen Trainer für die neue Saison?

Badura: Wir haben uns schon Gedanken gemacht, es gibt auch schon die ersten losen Kontakte, aber es ist viel zu früh, um über irgendwelche Namen zu spekulieren.

Zum Derby in Amberg: Wieviele Zuschauer werden denn aus Ammerthal kommen?

Badura: Ich weiß, dass eine Gruppe zu Fuß kommen wird. Die sogenannten Ammerthaler Ultras, viele junge Leute, die die Mannschaft unterstützen. Ich denke, dass viele aus Ammerthal kommen, so wie jedes Jahr. Der FC Amberg hat ja auch ein interessantes Rahmenprogramm, mit Typisierungsaktion und so weiter. Dann macht unsere Bürgermeisterin Alexandra Czarnec mit den Anstoß. Ich denke, da wird vonseiten des FC Amberg alles getan. Nun müssen die Leute nur noch ihre Jacke mitnehmen und losmarschieren.

Fast alle Spiele gegen den FC Amberg waren knapp - bis auf das Hinspiel. Ammerthal hat 1:5 verloren. Ihre Prognose für den Samstag?

Badura: Ich wünsche mir einen Punkt. In der jetzigen Situation bei einem der Top-Favoriten wäre das super. Ich weiß, dass der Robert Ziegler und die Mannschaft die ganze Woche schon arbeiten und fokussiert sind auf dieses Spiel. Und ich denke, er wird sich schon was einfallen lassen, dass wir in der Liga bleiben. Wobei der FC Amberg eine Mannschaft mit extrem hoher Qualität für die Bayernliga hat - da muss man erst einmal bestehen.
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