Invasion in Schwarz-Gelb

Eine Wespe nascht von einem Apfel: Momentan scheint so ziemlich alles auf dem Speiseplan der derzeit sehr aufdringlichen Insekten zu stehen - von Grillfleisch bis hin zu Tomate-Mozzarella. Archivbild: Popp

Im Gebälk über der Terrasse schwirrt's gefährlich, Wespen haben dort ihr Domizil eingerichtet. Sie loszuwerden, ist ein Fall für Schädlingsbekämpfer - und nicht für die Feuerwehr.

Gefühlt sind derzeit Milliarden von Wespen unterwegs, immer und überall. "Das Problem haben wir eigentlich jeden Sommer", sagt Christoph Tresch, Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle (ILS). Dass es heuer ganz besonders schlimm ist, hat seine Ursache im relativ milden Winter: Da hätten viele Wespen überlebt - die jetzt permanent rumschwirren. "In den letzten vier bis acht Wochen ist es ganz massiv", so Tresch. Er und seine Kollegen in der Leitstelle haben immer mal wieder Bürger dran, die die 112 gewählt haben, um die Feuerwehr zu holen.

Nicht weil es brennt, sondern weil sie daheim ein Wespennest haben. Dieses sollen die Aktiven bitteschön entfernen. "Dafür sind ganz klar gewerbliche Anbieter zuständig, also Schädlingsbekämpfer." Und beim Hornissennest ergebe sich noch ein weiteres Problem: "Die sind geschützt." Doch es gibt durchaus Fälle, in denen die Feuerwehr dennoch anrückt, um ein Wespennest zu entfernen. Erst kürzlich war einer eingetreten: Die gelb-schwarz gestreiften Insekten hatten ihr Domizil direkt auf der Terrasse eines Kindergartens errichtet.

Keinesfalls pusten

Da dadurch sowohl die Kinder als auch deren Erzieherinnen gefährdet waren und die Tiere zudem ganz massiv ins Gebäude kamen, beseitigte die Feuerwehr das Nest. "Wenn Gefahr im Verzug ist, kommen wir natürlich", sagt Tresch. Gleiches wie für den Kindergarten gelte zum Beispiel für ein Seniorenheim. Zum Beseitigen eines Wespennests werden spezielle Imker-Anzüge getragen. "Die Feuerwehr ist entsprechend ausgerüstet", sagt Tresch. Das Objekt der Begierde kommt dann in einen speziellen Behälter. "Da es ja nicht einfach woanders ausgesetzt werden kann, wird es vernichtet", erklärt der ILS-Mitarbeiter weiter.

Wer sich, beispielsweise beim Abendessen auf der Terrasse oder im Garten, von den Wespen belästigt fühlt, der sollte keinesfalls nach ihnen schlagen oder sie anpusten. "Da werden sie noch aggressiver", sagt Tresch. Das Kohlendioxid in der Ausatemluft sei für sie ein Signal: Sie wittern Gefahr und wehren sich dann. Da ein Wespenstich sehr schmerzhaft ist, hilft vor allem eines: kühlen, kühlen, kühlen. "Im Internet gibt es 1000 verschiedene Tipps mit Hausmitteln, aber ob die was bringen, ist fraglich", meint Tresch.

Wer von einer Wespe gestochen wurde, sollte die Verletzung auf jeden Fall beobachten, zum Beispiel, ob die betroffene Stelle stark anschwillt. Auch Atemnot und Kreislaufprobleme können ein Zeichen sein, dass man allergisch reagiert. "Wer weiß, dass er allergisch ist, hat meistens ein Notfall-Set dabei." Sehr problematisch seien Stiche im Gesicht oder im Halsbereich.

Gleiches gilt für den Fall, dass man eine Wespe verschluckt hat oder in den Mund gestochen wurde. "Da sollte man sofort die 112 rufen, den Rettungsdienst und den Notarzt holen." Dies nämlich könne lebensbedrohlich sein, "wenn die Atemwege zuschwellen, kann man ersticken".

Unterschiedliche Reaktion

Wie sehr Leute auf Wespenstiche reagieren, kann man laut Christoph Tresch nicht generell sagen, auch nicht bei mehreren Stichen. "Es gibt Menschen, denen macht es überhaupt nichts aus, wenn sie von fünf oder sechs Wespen gleichzeitig gestochen werden. Bei anderen führt eben diese höhere Giftdosis zu schweren allergischen Reaktionen", so der ILS-Mitarbeiter. (Angemerkt)
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