Ismail Ertug spricht über seinen Start in die Politik
Wegen Schröder

Schulleiterin Brigitte Conchedda freute sich darüber, dass Europaparlamentarier Ismail Ertug (SPD) vorbeischaute und eine Unterrichtsstunde mit hohem Praxisanteil hielt. Bild: hfz
"Wie viele Sitzungswochen hat das EU-Parlament?" Ismail Ertug blickt in die Runde - und hakt nach: "Was glaubt Ihr: Sind's mehr als im Bundestag oder weniger?" Wüsste man nicht, dass Ismail Ertug Ostbayern für die SPD im Europaparlament vertritt, man könnte fast glauben, ein Lehrer habe die Aufgabe übernommen, gleich zwei Abschlussklassen der Städtischen Wirtschaftsschule über die Institutionen auf europäischer Ebene aufzuklären.

Aber dem 39-jährigen Berufspolitiker macht es sichtlich Spaß, mit den Jugendlichen zu arbeiten und seine Begeisterung für Europa zu vermitteln. Er fühlt sich selbst zurückversetzt in seine eigene Schulzeit und erinnert sich, dass er in seiner Jugend nicht immer mit vollem Interesse am Sozialkundeunterricht teilgenommen habe. "Meine Politisierung, die hat erst später in den Jahren stattgefunden, als Gerhard Schröder Bundeskanzler war! Da bin ich zu den Jusos gegangen und habe mich dort engagiert!", heißt es in einer Mitteilung aus der Wirtschaftsschule.

Über die Gremienarbeit gelangte er zunächst in den Stadtrat und dann ins EU-Parlament, in dem er jetzt bereits in der zweiten Legislaturperiode Mitglied ist. Ismail Ertug kommt bei den Abschlussschülern gut an: "Ich finde, dass er gar nicht so sehr wie ein typischer Politiker gesprochen hat - sondern er war wirklich ziemlich locker!", sagt Marco aus der 10 c.

Und sein Klassenkamerad Viktor bestätigt: "Ich fand ihn ziemlich sympathisch: Und dass es ihm als Zuwanderer gelungen ist, eine solche Position zu erlangen, das finde ich schon sehr faszinierend!" Die Zahl der 40 Sitzungswochen, die kennt Viktor jetzt auch. Und er weiß nun auch, dass es im Bundestag etwas weniger Sitzungswochen sind - 22, um genau zu sein.
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