Jahreshauptversammlung der Landsmannschaft
Sudentendeutscher und Europäer

Nur mit großem Gottvertrauen hat Friedrich Nitschmann eigenen Erzählungen nach als 13-Jähriger Lager und Zwangsarbeit überstanden. In die Situation sei er deshalb gekommen, weil er Sudentendeutscher gewesen sei, so erzählte er bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins zum wiederholten Male. Trotzdem versteht sich Nitschmann als Versöhner und sucht den friedlichen Dialog mit den einstigen Feinden.

In seinem Rechenschaftsbericht listete der heutige Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft die Aktivitäten der Amberger Ortsgruppe auf. Im Jahr 2014 habe er über 4000 Kopien erstellt und verteilt. Viele Mandatsträger, Politiker und Lehrer hätten nämlich zum Teil erhebliche Wissenslücken zu "Flucht, Vertreibung und Integration" der aus dem Osten gekommenen Deutschen.

Über 240 000 Sudetendeutsche hätten die schlimmen Verfolgungen nicht überlebt, viele seien seelisch geschädigt. Trotz leidvoller Erfahrungen seien viele Sudetendeutsche zur Versöhnung auf der Grundlage von Wahrheit, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit bereit. Friedrich Nitschmann hat eigenen Aussagen zufolge viele Infos zur alten Heimat und der Ostkunde in 28 Leitz-Ordnern gesammelt. Bei den Monatstreffen habe er über seine Arbeit in und für die Sudetendeutsche Landsmannschaft berichtet und wiederholt Infos verteilt.

Friedrich Nitschmann wurde für seine vorbildliche Arbeit gelobt. Auch seine Arbeit als Schatzmeister und Schriftführer nehme er mit Engagement war, so die einhellige Meinung. 2015, so der Vorsitzende, sind etliche Treffen an den Gedenksteinen geplant, die Nitschmann im Laufe der Jahre aufstellen ließ.

Kreisvorsitzender Hans Dittrich sprach anschließend über die Aktivitäten im Kreis. So habe er eine interessante Studienreise nach Kelheim-Weltenburg-Befreiungshalle organisiert. Auch für das Jahr 2015 ist eine Studienreise geplant. Zum Schluss sagte Friedrich Nitschmann noch, er fühle sich als Sudetenländer, Bayer, Deutscher und Europäer. Den Aufgaben in der Landsmannschaft werde er sich auch weiterhin mit großem Engagement stellen.
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