Jazzfrühstück mit Sobczyk's Hot Jazz Trio im Innenhof der Stadtbibliothek
Im Boogie-Woogie-Schnellzug

Mit ihrem Auftritt am Sonntagvormittag hinterließen (von links) Peter Müller, Andreas Sobczyk und Stephan Holstein beim Publikum den allerbesten Eindruck. Bild: Steinbacher
Den Boogie-Woogie-, Blues- und Swing-Fans hat das sonntägliche Jazzfrühstück im sonnigen Innenhof der Stadtbibliothek ganz hervorragend gefallen. Ohne viel Federlesens nahm Sobczyk's Hot Jazz Trio das Publikum mit auf eine spannende musikalische Reise.

Ein perfektes Trio

Andreas Sobczyk aus Straubing gab die Richtung vor, und seine Bandkollegen, der Münchner Stephan Holstein an Saxofon und Klarinette, der Wiener Peter Müller am Schlagzeug, versorgten jede Nummer mit dem richtigen Pep. Sie ließen sich von Pete Johnson, Fats Waller und vielen anderen inspirieren, hielten sich an bekannte Vorgaben, vertrauten aber auch auf die eigene Fantasie und ihr perfektes musikalisches Können.

Sie improvisierten, veränderten Tempo oder Rhythmus nach Belieben und fanden doch immer wieder in den Songs der 20er und 30er Jahre zusammen. Sobczyk kopiert keines der großen Vorbilder, er spielt seinen eigenen Stil - erfrischend, elegant, elektrisierend. Schon nach ein paar Anschlägen entpuppte er sich als ein Meister seines Fachs. Der Mann an den Tasten verstand es, durch Zurücknahme und Variation eine ungeheure Spannung und Abwechslung in die Stücke wie in das Programm zu bringen. Er bestach an diesem Vormittag mit Dichte und Schnelligkeit genauso, wie mit seinem Spiel der leisen Lieder.

Kongenialer Begleiter am Schlagwerk war Peter Müller. Für jede Nummer hatte er den richtigen Drive und Groove. Er pinselte, rieb und rührte mit den Besen, war nie zu früh oder zu spät, passte seine Lautstärke genau an und swingte scheinbar mühelos dahin. In Wirklichkeit war er hellwach und verfolgte genau, wohin der Leader steuert.

Den euphorischen, ja beinahe fanatisch-ekstatischen Swing einer Goodman-Klarinette steuerte Stephan Holstein bei. In waghalsigen Kapriolen brachte er seine Soli und spielte temperamentvoll und mitreißend. Wundervoll schmeichelnd auch die leisen Saxofon-Parts, wenn er die Töne im sanften Vibrato ausklingen ließ.

Großartige Präsenz

Mit wohltuend wenig technischer Verstärkung, dafür aber mit großartiger künstlerischer Präsenz beeindruckte Sobczyk's Hot Jazz Trio. Das Zusammenspiel, das Verständnis, die Harmonie, die Spieltechnik, der Sound, die Lebensfreude und immer wieder dieses unbeschreibliche Zusammenwachsen der drei Spitzenmusiker zu einem einzigartigen Klang, das überzeugte von A bis Z.

Überzeugende Gastfreundschaft bot auch das Bibliotheksteam um Leiterin Bettina Weisheit. Zur Stärkung der Gäste bei der rasanten Fahrt mit diesem Boogie-Woogie-Schnellzug hielten sie Kuchen und Curry-Gemüsesuppe, dazu Sekt und Selters bereit.
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