Jetzt fehlt nur noch der Aufstieg

1:0 und 0:0 gegen Heimstetten, 2:0 gegen Garching. Der FC Amberg ist es in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga gewohnt, ohne Gegentor zu bleiben. Die Mitglieder machen auf diesem Niveau mit. Bei der Abstimmung über eine neue Vereinsstruktur gab es am Donnerstag keine einzige Gegenstimme. Bedenken waren dennoch vorhanden.

Amberg. (tk) Als Fernsehmoderator und Stadtrat ist es für Thomas Bärthlein Routine, vor vielen Menschen zu sprechen. Am Rande der außerordentlichen Mitgliederversammlung räumte der Vorsitzende des TV 18961 dennoch ein, nervöser als sonst zu sein. Schließlich ging es darum, die wichtigste Entscheidung für den Amberger Fußball seit 1997 zu treffen. Damals hatte sich der Verein dazu entschieden, den zwei Jahre zuvor aufgelösten insolventen 1. FC als Fußballabteilung aufzunehmen - und genau die steht jetzt kurz vor ihrem bislang größten Erfolg. Nur noch ein Spiel in Garching (Anpfiff ist heute um 16 Uhr) trennt die Mannschaft vom Aufstieg in die vierthöchste Liga.

"Für mich ist das heute der wichtigste Tag für den TV seit vielen Jahren", sagte Bärthlein, bevor er in Anwesenheit von 53 Mitgliedern Manfred Postler das Wort erteilte. Der Jurist, bis zu seinem Ruhestand Vorsitzender Richter am Nürnberger Oberlandesgericht, stelle den Vertrag vor, den er erarbeitet hat und der die Zukunft des bezahlten Fußballs regelt.

Kein eigener Verein

Die FC habe vor drei Jahren den TV verlassen wollen, um einen eigenen Verein zu gründen. Der Turnerrat sei mit deutlicher Mehrheit dagegen gewesen und habe die Variante favorisiert, die Sparte im TV zu belassen. Allerdings sollten die finanziellen und rechtlichen Risiken ebenso in eine neu zu gründende Gesellschaft ausgelagert werden wie der organisatorische Aufwand: "Damit die Fußballer nicht wegen jedem Vertrag den Vorstand fragen müssen."

Die anvisierten Neuerungen können nun greifen. 52 Mitglieder (eine Enthaltung) gaben am Donnerstagabend im Sportpark-Restaurant das Okay für die Gründung der Amberger Spielbetriebs-GmbH & Co. KG und die TV-1861-Verwaltungs-GmbH. In beiden Gesellschaften hält der Gesamtverein 51 Prozent der Anteile, der bisherige FC-Boss Helmut Schweiger den Rest. "Wir haben mit diesem Konstrukt erreicht, dass maximal 45 000 Euro auf dem Spiel stehen", sagte Postler, der zuvor erklärt hatte, dass sich der TV mit 22 850 Euro Einlage an den Gesellschaften beteiligt, Schweiger mit 22 150 Euro.

An dieser Stelle der Präsentation regte sich Zweifel im Publikum. Ein Mitglied wollte wissen, ob der Verein im Falle einer Pleite des FC dieses Geld auch habe und zahle - zulasten der anderen Sparten. Postler beruhigte: "Wir haben vor, das Geld dann außerhalb des normalen Haushalts zu leisten. Im Notfall müssten wir das tun." Aber: "Aber wenn wir den Platzwart nicht mehr zahlen müssen, haben wir Geld übrig." Die GmbH & Co. KG übernehme schließlich alle Rechte am FC Amberg, und damit auch die finanziellen Pflichten. Außerdem habe sich Helmut Schweiger bereiterklärt, die Schulden des Vereins zu übernehmen, die wegen des Sportpark-Umbaus noch offen sind.

Auf Notfall vorbereitet

Postler fasste die neue Struktur in zwei Sätzen zusammen: "Den Sportbetrieb lassen wir beim TV. Wir nehmen nur die wirtschaftliche Seite raus." Um das zu bewerkstelligen, braucht der FC Amberg einen Geschäftsführer. Dabei handelt es sich um Hubert Kirsch, der bisher die Funktion des Teammanagers mit Leben erfüllt, Sport-Management studiert hat und guter Dinge ist: "Wenn ich mich auf die Leute nicht verlassen könnte, würde ich es nicht machen." Den Mitgliedern nahm er mit Blick auf die restlichen TV-Sparten letzte Zweifel: "Das ist alles ziemlich harmlos. Es wird sich nichts ändern."

Auch Helmut Schweiger wusste das Abstimmungsverhalten zu schätzen und gab den Anwesenden erleichtert mit auf den Weg: "Mit dieser Entscheidung haben wir einen richtigen Schritt getan. Anders ist es nicht möglich, wenn wir weiterkommen wollen." (Kommentar)

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