"Jetzt kann ich nicht aufhören"

Dr. Klaus Ebenburger feiert heute 65. Geburtstag. Bild: Steinbacher

Kalendarisch feiert Dr. Klaus Ebenburger heute seinen 65. Geburtstag. Sein biologisches und gefühltes Alter liege aber einige Jahre drunter, verrät der Allgemeinarzt und Stadtrat der Freien Wähler. Seinen Geburtstag verbringt er deshalb ganz sportlich beim Bergwandern. Dabei fühlt er sich am zweitwohlsten.

Am wohlsten fühlt er sich an Bord eines Segelschiffes. Auf Platz zwei rangieren die Berge. Dorthin zieht es Dr. Klaus Ebenburger an seinem heutigen 65. Geburtstag. "Weil ich immer in die Berge gehe, wenn was wichtiges ist". Am drittwohlsten fühle er sich unter Wasser. Und am viertwohlsten in seiner Praxis, vervollständigt der frisch gebackene 65-Jährige seine ganz persönliche Wohlfühl-Skala. Segeln, wandern, tauchen, das sind die Hobbys des Allgemeinarztes, der ursprünglich mal Pharmazie studierte. "Aber den ganzen Tag in der Apotheke zu stehen, wäre mir zu langweilig gewesen", sagt Ebenburger. Mit dem wenige Wochen alten Baby Klaus zogen die Eltern des Jubilars vor 65 Jahren von Passau nach Amberg, wo Vater Manfred eine Arztpraxis am Kaiser-Wilhelm-Ring 18 eröffnete. "Die Maxallee war mein Spielplatz, der Stadtgraben ein Dschungel." Klaus Ebenburger besuchte die Luitpoldschule und das Erasmus-Gymnasium. Er studierte Medizin in Düsseldorf, wo er auch promovierte. Seinen Wunsch, sich auf Chirurgie zu spezialisieren, begrub er, nachdem er als Praxisvertretung bei seinem Vater aushalf. "Das war ein riesiger Unterschied zum Klinikalltag und hat mir mehr Spaß gemacht." Sein Vater habe die Entscheidung "sehr wohlwollend" zur Kenntnis genommen.

Ebenburger absolvierte Zusatzausbildungen in der Notfallmedizin, Diabetologie, Akupunktur, traditionellen chinesischen Medizin, Psychotherapie sowie Reise- und Tropenmedizin. Gerade die "psychosomatische Schiene" habe seinen Berufsalltag verändert. "Jede Krankheit resultiert aus der Psyche", ist der Hausarzt der Meinung, deswegen mache er keine Fünf-Minuten-Medizin. "Nur dann kann man helfen und nicht bloß reparieren." Insbesondere diese Erkenntnis bereite ihm Freude und stärke das Selbstwertgefühl. "Da kann ich doch jetzt nicht aufhören." Er ist Delegierter im Bayerischen Hausärzteverband und in der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts.

Seine Familie bezeichnet er als "Patchwork". Zweimal war der Amberger verheiratet, zweimal ist er geschieden. Ebenburger hat drei Kinder: Nicola (31) lebt in Paris, Antonia (27) in Oberbayern und Robert (19) studiert in England. Seit fast einem Jahr gibt es ein Enkelkind: Ferdinand Maximilian. Bleibt noch ein Thema: Ebenburger und die Politik. Seit 19 Jahren sitzt er für die Freien Wähler im Stadtrat, dreimal kandidierte er als OB, seit zwölf Jahren ist er Vorsitzender der BI Atzlricht-Fuchsstein und Vorstandsmitglied im Bund Naturschutz.

Ebenburger schätzt an sich selbst seine Authentizität: "Ich fühle mich wohl in der Rolle, sich vorne hinzustellen und zu sagen, was sich andere nicht sagen trauen." Gleichwohl sei die Sache mit den Unterschriftenlisten "eine Dummheit" gewesen. "Damit habe ich der CSU zu einem Highlight verholfen. Das war für die wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig." Nichts, was ihn im Rückblick aus der persönlichen Mitte bringen würde. Die habe er nämlich gefunden, sagt der 65-Jährige.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.