Jetzt noch eine Biografie

Viele Hände musste Ferdinand Müller, auf dem Bild mit seiner Frau Hiltrud (links), an seinem 90. Geburtstag schütteln. Bürgermeisterin Brigitte Netta gratulierte namens der Stadt. Bild: lde

Für Generationen von Schülern war er ein Vorbild. 14 Jahre lang - von 1974 bis 1988 - leitete er das Erasmus-Gymnasium (EG). Nun feierte Ferdinand Müller seinen 90. Geburtstag und viele Freunde und Wegbegleiter gratulierten. Seine größte Leidenschaft ist das Schreiben.

(lde/wpt) Müller kam am 1. September 1925 in Würzburg zur Welt, besuchte dort in den 30er Jahren auch die Schule. "Nach dem Abitur im Jahr 1943 musste ich vier Monate Arbeitsdienst leisten", erzählt der Pensionär. "Danach war ich bei der Kriegsmarine, das war dann ab Oktober im selben Jahr." Nach seiner Ausbildung dort wurde er im März 1945 zum Heer abgestellt.

Kurz vor Kriegsende schickten ihn die Befehlshaber mit anderen Soldaten noch ins Sudetenland. "Ich hatte Glück und kam nach Kriegsende nicht in Gefangenschaft. Aber ich musste nach Hause laufen. Zu Fuß. Also vom Sudetenland aus bis in die Nähe von Würzburg." In die Stadt selbst habe er nicht gekonnt, weil diese völlig zerbombt gewesen sei, deswegen ist er bei einem Onkel untergekommen.

Bis in die 50er Jahre studierte Müller an der Universität in Würzburg Neuphilologie. Nach einer Referendariatszeit nahm der 25-Jährige seine erste Lehramtsstelle am Gymnasium in Mainburg (Niederbayern) an. Danach unterrichtete er 22 Jahre lang am Gymnasium im mittelfränkischen Hersbruck, bis er schließlich den Posten als Oberstudiendirektor und Schulleiter am Erasmus-Gymnasium in Amberg übernahm.

Zu seinen Verdiensten gehören unter anderem der Bau der Doppelsporthalle und die Sanierung des Schulgebäudes. Außerdem rief er den Schüleraustausch mit dem Collège Clos-Chassaing in Périgueux ins Leben. Im Juli 1988 ging Müller als Schulleiter in Pension.

"Meine größte Leidenschaft ist auch heute noch das Schreiben", schwärmt der ehemalige Direktor. "Ich habe auch eine Chronik über das Erasmus-Gymnasium verfasst und im Moment schreibe ich die Biografie meiner Familie auf." Müller war zudem 30 Jahre - von 1980 bis 2010 - Vorsitzender des Ortszirkels des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen.

Für die Stadt Amberg überreichte Bürgermeisterin Brigitte Netta einen Bierkrug und dazu eine Glückwunschkarte.
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