Jubiläum im Briefmarken-Format

Es muss genau zugehen. Auf dem Sonderstempel steht das Datum 3. Mai 2015. Vorher wird Philatelisten-Vorsitzender Hans Dietmayr die schon bestellten rund 500 Sondereditionen anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilliger Feuerwehr Amberg nicht verschicken. Bild: Steinbacher

Die sprichwörtlichen warmen Semmeln werden da fast zu Ladenhütern. Die Amberger Feuerwehr feiert ihr 150-Jähriges und die Briefmarkenfreunde legen Sondereditionen auf.

(zm) Eigentlich noch gar nicht auf dem Markt, ist die Hälfte schon verkauft. Im Arbeitszimmer von Hans Dietmayr geht es derzeit zu, wie früher in einer dörflichen Poststelle. Bloß kommen die Leute, die von ihm etwas wollen, nicht mehr persönlich vorbei, sondern sprechen per E-Mail oder Telefon vor.

Ihr Interesse gilt allerdings der althergebrachten postalischen Kommunikation per Brief, Ansichts- oder Postkarte. Das Besondere daran: Sie alle müssen eine Sonderedition anlässlich des Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr von Amberg sein. Einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden die Exemplare erstmals am Sonntag beim Wachfest. Das Datum 3. Mai 2015 ist wichtig. Es markiert einen von der Stadt bei der Deutschen Post beantragten Sonderstempel zu diesem Anlass. Der Briefmarkensammlerverein 1904 Amberg flankiert diese Geste der Anerkennung mit drei Sondermarken-Motiven und einer sogenannten Sonder-Ganzsachen-Karte (ähnlich einer Postkarte) der City Postal Amberg.

Seit diese Extraauflagen in einschlägigen Fachpublikationen wie der Deutschen Briefmarken-Zeitung angekündigt wurden, ist Dietmayr in seinem Element. Der Vorsitzende der Amberger Philatelisten und seine Lebensgefährtin Edina Tschernich richten Briefe und Karten für Sammler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum her, um sie am Stichtag 3. Mai zu versenden. An diesem Tag ist der Verein auch auf dem Wachfest der Feuerwehr am Schießstätteweg mit den Sondereditionen präsent. Die Briefmarken mit drei unterschiedlichen Motiven von Einsatzfahrzeugen sind in einer Auflage von 1000 Stück erschienen, rund die Hälfte davon ist schon weg.

Dietmayr und Tschernich wissen, wie Philatelisten ticken, und erfüllen alle Sammlerwünsche, wenn sie dazu in der Lage sind. Außenstehenden bleiben sie meist verborgen oder erscheinen eher schrullig. Der eine möchte seinen mit einer Sondermarke frankierten und Sonderstempel versehenen Brief auf dem üblichen postalischen Weg zugestellt bekommen, der andere meidet das wie die Pest. Manche wollen nur eine Marke, der nächste eine Reihe, am besten die unterste aus einem Bogen, auch komplette Bogen sind gefragt.

Telefon, E-Mail, SMS, Twitter und die sogenannten sozialen Netzwerke haben nicht nur der Briefpost schwer zugesetzt, sondern ebenso den Briefmarkensammlern. Deshalb verstehen sich die Amberger Philatelisten um Dietmayr auch immer mehr als Liebhaber schriftlicher Dokumente. Eine historische Auswahl rund um das Amberger Feuerwehrwesen zeigen die Briefmarkenfreunde am Sonntag parallel zu ihrem Auftritt auf dem Wachfest, bei dem sie auch alle ihre Sondereditionen zu dem Jubiläum anbieten.

Zudem wird es noch so etwas wie einen Nachschlag geben. Anlässlich des Altstadtfestes legt der Verein einen weiteren Sonderstempel angesichts des Feuerwehrjubiläums auf. Er trägt das Datum 14. Juni 2015, wird per Hand vergeben und zeigt einen historischen Pferdegespann-Spritzenwagen.
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