Juden-Schicksal: Spielszenen in Synagoge

Der Pogromnacht am 9. November 1938 ging als schwerste Demütigung des deutschen Judentums das anlässlich des "Reichsparteitags der Freiheit" 1935 von den Nationalsozialisten beschlossene "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre", das sogenannte Blutschutzgesetz voraus. Jeglicher Intimkontakt zwischen Juden und Nichtjuden war demnach bei Strafe verboten, es sei denn sie waren verheiratet. Zwar traf das Rassegesetz keinen Amberger Juden, jedoch wurden im Sinne nationalsozialistischer Gesetzgebung Straffällige im Amberger Zuchthaus eingesperrt und zu Sträflingsarbeiten herangezogen.

Eine Projektgruppe des Max-Reger-Gymnasiums stellt am Montag, 9. November, 19 Uhr, das Schicksal eines wegen Verstoßes gegen dieses Gesetz in Amberg inhaftierten Juden, Dr. Rudolf Kaufmann, in Spielszenen nach. Nach der Begrüßung durch Rabbiner Elias Dray wird das Gedenken mit Musik von MRG-Schülern unter Leitung von Studiendirektorin Heidemarie Kreuß, mit Erläuterungen von Kreisheimatpfleger Dieter Dörner über die Geschichte des Antijudaismus und Antisemitismus und mit einem Gebet abgerundet.

Die Gemeinschaftsveranstaltung der Israelitischen Kultusgemeinde mit dem MRG, der VHS, der Katholischen Erwachsenenbildung, des Evangelischen Bildungswerkes und der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins findet im Gesellschaftsraum der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg statt. Bei Interesse kann auch die Synagoge besichtigt werden, Herren bitte mit Kopfbedeckung. Der Eintritt ist frei.
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