Jura-Werkstätten investieren über 16 Millionen Euro in eigene Zukunft - Bezirksräte überzeugen ...
Hier ist Inklusion nicht nur ein Wort

Über den aktuellen Baufortschritt bei den Jura-Werkstätten informierte sich gestern Vormittag die CSU-Bezirkstagsfraktion - bevor anschließend in Klausur der Bezirkshaushalt beraten wurde.

Eduard Freisinger, der Vorsitzende der Lebenshilfe, sagte deutlich, dass man sich einen Neubau der Jura-Werkstätten genau überlegt habe. Eine Renovierung hätte sich nicht gerechnet. Auch die Förderstelle konnte in den Neubau integriert werden, da seitens des Bezirks eine zügige Kostenzusage erfolgt sei.

Der für die Planung zuständige Architekt Michael Flierl (Amberg) stellte den Mitgliedern des Bezirkstags die Planung vor, in die auch ein Geländeabfall von vier Metern eingearbeitet werden musste. Trotzdem sei es gelungen, die Werkstätten auf einer Ebene unterzubringen. Betonstützen und Holzleimbinder tragen das Dach, großzügig sei eine lichtdurchlässige Außenverglasung.

Bürgermeister Martin Preuß, der in seiner Funktion als Bezirksrat gekommen war, sagte, dass es längst an der Zeit gewesen sei, den Mitarbeitern der Jura-Werkstätten einen ordentlichen Arbeitsplatz anzubieten.

Derzeit sei die Einrichtung zu 40 Prozent überbelegt, ließ Werkstätten-Geschäftsführer Bernhard Albrecht wissen. Aber nach Fertigstellung der neuen Räume stehe jedem Mitarbeiter ein passender Arbeitsplatz zur Verfügung. Über 16 Millionen Euro müssten in die Werkstätte (7400 Quadratmeter) investiert werden, weitere 1,8 Millionen Euro seien für die Förderstätte (850 m²) und 900 000 Euro für den Fahrdienst (280 m²) eingeplant. Da etwa acht Prozent aller Mitarbeiter auf einen Rollstuhl angewiesen seien, waren barrierefreie Zugänge zu den Arbeitsplätzen nötig. Der Bezirk Oberpfalz schätze die Arbeit der Lebenshilfe, betonte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Inklusion sei eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft, denn viele Menschen seien von der Geburt bis zum Tod davon betroffen. Arbeitsplätze in den Jura-Werkstätten seien keine normalen Stellen sondern müssten den Bedürfnissen der Mitarbeiter angepasst werden. Der Bezirk Oberpfalz beteilige sich am Bau der Werkstätten mit fünf Prozent, an der Förderstelle mit zehn Prozent und sei zudem Kostenträger für den laufenden Betrieb.

Auf die Frage, für wen in den Werkstätten produziert werde, meinte Bernhard Albrecht, dass Siemens und Grammer die größten Abnehmer seien. Außerdem arbeite man noch mit fast 90 weiteren Partnern zusammen, die über den gesamten Landkreis verteilt seien. Zwei Außengruppen befördere der Fahrdienst täglich zur Firma Conrad und zu Guß Auer.
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